Auf und abseits der Pfade:

Meisterte die Herausforderung: Gute Nerven und flinke Hände bewies die junge Klavierschülerin von Ljalja Davidova, Elisa Hahn. Sie wurde mit anerkennendem Applaus bedacht. Fotos: Alexandra Koch

Rotenburg. Die Rotenburger Kammerphilharmonie besteht aus Profimusikern aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland, die projektbezogen zusammenkommen: So wie zum Festkonzert „Von Bach bis Piazolla“ am Sonntag, 2. Advent, für das die Rotenburger Kammerphilharmonie das Fundament bildete.

Auf diesem Fundament präsentierte sich die junge Rotenburgerin Elisa Hahn (10) als Nachwuchsolistin. Sie meisterte mit einem Klavierkonzert des ukrainischen Komponisten Isaak Berkowitsch die musikalische Herausforderung und erntete dafür viel Applaus. Die Förderung junger Talente aus der Region ist wie die Festkonzerte vor Weihnachten eine Idee von Professor Christian Vallbracht vom Herz- und Kreislaufzentrum. Elisa Hahn, Klavierschülerin von Ljalja Davidova, verneigte sich nach ihrem Auftritt sichtlich erleichtert vor dem begeisterten Publikum.

Die Leitung des Konzert hatte Eva Gerlach, die als Solistin das Klavierkonzert von Johann Sebastian Bach in f-Moll, Nummer 1056, mit Bavour und viel Gefühl darbot. Cellist Wolfram Geiss vom Kasseler Staatstheater war der Solist in einer eindrücklichen Komposition von Max Bruch, „Kol Nidrei“, 1880 für Orchester und Cello geschrieben. Das Werk basiert auf dem gleichnamigen jüdischen Gebet, das am Vorabend von „Jom Kippur“, dem höchsten jüdischen Feiertag, gebetet wird. „Im Rahmen der Ökumene passt auch dieses Stück in unser Programm“, hatte Eva Gerlach erklärt. Das Ungewöhnliche salon- beziehungsweise kirchenfähig zu machen, war eine herausragende Thematik des Festkonzertes. Bekanntes folgte mit dem immer wieder gern gehörten und ausgefeilt vorgetragenen 3. Brandenburgischen Konzert von Bach.

Als Solisten glänzten Daniel Geiss (Staatstheater Wiesbaden) und sein Vater Wolfram Geiss in einem Stück von Corelli für zwei Violincelli und Streichorchester. Die Aufnahme von „Tango Ballet“ von Astor Piazzolla ins Programm zeugte erneut von dem Bestreben, abseits ausgetretener Pfade Schätze zu heben. Astor Piazzolla gilt als Begründer des „Tango Nuevo“. Er erweiterte den Tango mit Elementen aus Jazz und moderner Klassik. Henning Vater, Konzertmeister der Rotenburger Kammerphilharmonie, ließ dieses Werk mit seiner Violine und in Begleitung des Streichorchesters mit viel Hingabe in der Kirche erklingen. Das Publikum in der ausverkauften Stiftskirche spendete den Künstlern ausdauernden Applaus, der mit einer Zugabe belohnt wurde.

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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