Bürgermeister Gröll lässt Daimler auf Gemeinde zu

Bürgermeister Gröll: Zum Abschied eine Dienstwagenaffäre?

Friedewald. Einige Bürgermeister aus der Region haben in jüngster Vergangenheit von einem renommierten Autohaus ein Leasing-Angebot zu besonders günstigen Konditionen für einen Dienstwagen erhalten.

Angenommen hat es offensichtlich Friedewalds Bürgermeister Martin Gröll, der am Donnerstagabend die Vertrauensfrage im Parlament stellen will. Und die Chancen, dass ihm die Kommunalpolitiker den Laufpass geben werden, stehen nach letzten Erkenntnissen sehr gut.

Stellt sich also die Frage, warum ein Bürgermeister, der aus dem Amt ausscheiden möchte, sich noch schnell einen Mercedes-Dienstwagen der GLK-Klasse least? Und das im aktuellen Fall vorbei an allen politischen Gremien. Lediglich ein Gemeindevorstandsbeschluss aus dem Jahre 2003 soll ihn dazu befähigt haben. Normalerweise muss bei solchen Geschäften aber ein weiteres Gemeindevorstandsmitglied die Entscheidung mittragen und per Unterschrift absegnen. Das soll im aktuellen Leasing-Fall aber nicht passiert sein.

Gegenüber unserer Zeitung teilt Gröll mit, er habe den Vertrag abgschlossen, bevor er je einen Gedanken an seinen Wunsch auf Abwahl gefasst habe. Nach Recherchen unserer Zeitung wurde das Fahrzeug am 25. April auf die Gemeinde zugelassen. Zwei Tage nach Grölls Angebot, im Parlament die Vertrauensfrage stellen zu wollen.

Und wiederum einen Tag später, am 26. April, sei das neue Fahrzeug dann auf Gröll persönlich und noch am selben Tag wieder auf die Gemeinde zugelassen worden. Warum, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die guten Leasing-Konditionen nur für einen Bürgermeister gelten, nicht aber für die Privatperson Gröll.

Einen faden Beigeschmack hat diese Geschichte allemal. Um glimpflich aus der Angelegenheit herauszukommen, müsste Gröll nach seinem Ausscheiden als Bürgermeister das Auto privat übernehmen – ohne die aktuellen Leasing-Vorteile, die ein Bürgermeister genießt. Oder er tritt vom Vertrag zurück und gibt den Wagen an das Autohaus zurück. Sämtliche bis dahin angefallenen Kosten müsste er tragen.

Die Gemeinde selbst wird das Auto nicht wollen. In die vertraglichen Dinge im Vorfeld des Auto-Deals war ja offensichtlich kein weiterer Entscheidungsträger eingebunden.

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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