Abgeordneter: Amazon soll öfter kontrolliert werden

Hersfeld-Rotenburg. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz hat die Zustände beim Online-Händler Amazon als Spitze des Eisbergs bezeichnet.

"Ausbeutung darf kein Geschäftsmodell sein. Wir müssen dafür sorgen, dass es wieder Ordnung auf dem Arbeitsmarkt gibt", sagte Franz.

Amazon-Reportage in der ARD Mediathek

Mit Arbeitsverhältnissen, wie sie bei Amazon vorgefunden wurden, müsse Schluss sein. Die Beschäftigten hätten Anspruch auf sichere und gute Arbeit. "Sozial ist, was Arbeit schafft, von der man auskömmlich leben kann", sagte der SPD-Politiker.

Von der schwarz-gelben Landesregierung sei aber keine Abhilfe zu erwarten. "CDU und FDP werden nicht müde, ihre unwahre Behauptung zu wiederholen, am hessischen Arbeitsmarkt sei alles gut. Das Beispiel Amazon zeigt: Dem ist nicht so." Erst durch Aktionen der Opposition sei Sozialminister Stefan Grüttner aufgefallen, dass der Arbeitsschutz durchaus hätte tätig werden können. Um Verhältnisse wie bei Amazon künftig zu verhindern, müssten Unternehmen aber deutlich mehr kontrolliert werden.

In einem Land, in dem ein Viertel der unter 35-Jährigen noch keinen unbefristeten Arbeitsvertrag gehabt habe, in dem jede zweite Neueinstellung befristet sei und in der sechs Millionen Arbeitnehmer weniger als acht Euro verdienten, könne von Ordnung am Arbeitsmarkt nicht die Rede sein.

"Es wird Zeit, dass durch massive Kontrollen und strenge gesetzliche Vorgaben endlich dem Wildwuchs und der Geschäftemacherei auf dem Rücken der Arbeitnehmer Einhalt geboten wird", sagte Franz. (red)

Quelle: HNA

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