21-Jähriger muss nach Angriff auf seinen Vater ins Gefängnis

Fulda/Bebra. Das Landgericht Fulda hat einen 21-jährigen Bebraner zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. Weil er seinen Vater in dessen Haus angegriffen hat, muss der junge Mann für eineinhalb Jahre ins Gefängnis.

Nach zwei Verhandlungstagen sah es die 2. Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Joachim Becker als erwiesen an, dass der 21-Jährige seinen Vater in der Nacht zum 31. Dezember 2013 in dessen Wohnung in Alheim überfallen hat. Vorangegangen war ein Streit zwischen den beiden.

Der Angeklagte betrat das Schlafzimmer des Vaters und wollte ihn mit einem Lappen betäuben, den er mit einem Gemisch aus Chlorreiniger und Essigessenz getränkt hatte. Anschließend wollte er den Vater fesseln und mit einem Messer dessen Beine zerschneiden. Der Vater wachte allerdings auf und konnte seinen Sohn überwältigen.

In seiner Urteilsbegründung folgte Richter Becker der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass sich der Angeklagte einer versuchten schweren Körperverletzung in Tateinheit mit Körperverletzung schuldig gemacht hatte.

Nach Auffassung der Richter war der 21-Jährige zur Tatzeit voll schuldfähig. Ein Sachverständiger hatte bei dem Angeklagten zwar verschiedene Persönlichkeitsstörungen festgestellt. Diese stünden jedoch in keinem Bezug zu der Straftat des Angeklagten, die er über einen langen Zeitraum geplant und zielgerichtet ausgeführt habe.

Hohes Rückfallrisiko

Die Kammer hat eine Jugendstrafe ohne Bewährung verhängt, obwohl der Angeklagte Ersttäter ist. „Nach den Feststellungen des Sachverständigen besteht bei dem jungen Mann jedoch ein sehr hohes Rückfallrisiko für schwere Straftaten“, erklärte der Pressesprecher des Landgerichts, Simon Trost.

Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag erklärt, dass er seinem Vater lediglich Angst einjagen wollte. Es sei ein schlechter Scherz gewesen, den er im Nachhinein bereue. Der Vater akzeptierte laut Verteidiger Julian Schraub eine Entschuldigung des 21-Jährigen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung steht das Rechtsmittel der Revision zu. (mcj)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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