Monopol fällt weg – Staat überträgt Verantwortung auf Bürger

Ab 2013 freie Wahl des Schornsteinfegers

Hersfeld-Rotenburg. Das Monopol der Bezirksschornsteinfeger fällt zum 1. Januar 2013. Das bedeutet, dass Hauseigentümer selbst wählen können, wen sie mit dem Kehren des Kamins und der Immissionschutzmessung beauftragen.

„Der Staat überträgt die Verantwortung auf den Bürger“, sagt Axel Scharr, stellvertretender Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Schornsteinhandwerkes Hessen (LIV). Ein Bezirksschornsteinfeger stellt bis zum Ende des Jahres einen Feuerstättenbescheid aus. Darin steht, welche Anlagen es im Haus des Eigentümers gibt und was untersucht werden muss. „Der Kunde muss die Arbeiten nicht mehr von dem Schornsteinfeger erledigen lassen, der ihm zugeteilt worden ist“, sagt Scharr. Das Gesetz ermögliche bis auf wenige Ausnahmen, die Arbeiten von einem anderen qualifizierten Schornsteinfeger machen zu lassen.

Hoheitliche Aufgaben

Zu den hoheitlichen Aufgaben gehören die Bauabnahmen bei neuen Kaminen und die Verwaltung des Kehrbuches. Dafür ist der bevollmächtigte Schornsteinfeger zuständig. Für die Kehrarbeiten müssen die Kunden jedoch nicht den Bezirksschornsteinfeger beauftragen. „Die Kunden können bei ihrem bisher zuständigen Schornsteinfeger bleiben oder sich auf dem freien Markt nach einem anderen qualifizierten umschauen“, erklärt Scharr. Der kann auch aus dem EU-Ausland kommen.

Die Schornsteinfeger hätten sich über Jahre eine Kundenbeziehung aufgebaut, und da, wo es funktioniere, würden die Kunden auch bleiben, sagt Scharr. „Die Schornsteinfeger müssen aktiv werden, um ihre Kunden weiter an sich zu binden.“ Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt es 17 Bezirke mit Bezirksschornsteinfegermeistern. Zurzeit werden acht Nachwuchskräfte ausgebildet. HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Franziska Kiele

Quelle: HNA

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