19-jähriger Schläger aus Rotenburg bekommt Bewährungsstrafe

Bad Hersfeld. Wegen mehrfacher Körperverletzung und weiterer Taten hat das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld einen 19-Jährigen aus Rotenburg zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt, die vorläufig zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der einschlägig vorbelastete junge Mann hatte zuvor gestanden, im März dieses Jahres einem Studenten der Landesfinanzschule in Rotenburg durch eine Kopfnuss das Nasenbein gebrochen zu haben.

Der junge Mann auf der Anklagebank machte keinen schlechten Eindruck. Ruhig im Ton, höflich und voller Reue für das, was er angestellt hatte. Und das war eine ganze Menge. Denn wenn der 19-jährige Rotenburger unter Alkohol steht, dann rastet er immer wieder aus. Deswegen musste er jetzt zum wiederholten Male vor Gericht verantworten.

Diesmal ging es um den Abend des 6. März, als vor seiner Wohnung in der Innenstadt eine Gruppe von Studenten der Landesfinanzschule von einem Kneipenbesuch heimwärts zog. Ein flotter Spruch in Richtung zweier Mädchen, die auf dem Balkon des 19-Jährigen standen, brachte den mit Whisky und Wodka befeuerten Heranwachsenden gleich wieder in Rage. Er stürzte auf die Straße, schubste den Ersten, schubste den Zweiten und verpasste dem Dritten eine Kopfnuss, dass dessen Nasenbein brach.

Als der wütende Rotenburger mit vereinten Kräften zu Boden gerungen wurde, erschien ein Kumpan des Schlägers auf der Bildfläche, fuchtelte mit einer Feuerzeug-Pistole herum, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sah, und stieß wüste Drohungen aus. Die Studenten suchten daraufhin das Weite. „Ich bin wie ein Karnickel Haken schlagend über den Markt gerannt, damit er mich nicht trifft,“ sagte einer der Zeugen.

Angeklagter entschuldigt sich

Vor Gericht legte der angehende Praktikant ein Geständnis ab und entschuldigte sich bei den Studenten. Auch eine weitere gemeinschaftliche Körperverletzung und andere Taten räumte der Angeklagte ein. Das überzeugte Jugendrichterin Michaela Kilian-Bock und ihre beiden Schöffen letztlich, dem bereits einschlägig vorbelasteten Rotenburger eine erneute Bewährungschance zu geben. Ein Jahr und zwei Monate Jugendstrafe - wie von Staatsanwältin Christina Dern beantragt - werden vorläufig nicht vollstreckt.

Allerdings verhängte das Gericht strikte Auflagen: Der 19-Jährige ist verpflichtet, sein Alkoholproblem mit Hilfe der Diakonie in Angriff zu nehmen. Und er muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Ob sich der junge Mann jetzt tatsächlich bessert, wird von Richterin Kilian-Bock schon bald überprüft werden: Im März hat der Rotenburger bei ihr seinen nächsten Prozesstermin als Angeklagter.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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