Zu viel Salzabwasser: K+S sucht Notlösung

Kassel. Anhaltende Trockenheit und verschärfte Auflagen zum Schutz von Grund- und Trinkwasser bringen den Kasseler K+S-Konzern bei der Entsorgung seiner Salzabwässer im Werrarevier zunehmend in die Klemme.

Das Unternehmen versucht laut Regierungspräsidium Kassel, mehr als bislang genehmigt im Untergrund deponieren zu dürfen.

In die Werra, die üblicherweise den Hauptteil der hochkonzentrierten Laugen aus Düngerproduktion und von Abraumhalden schlucken muss, darf derzeit nur wenig eingeleitet werden. Die Wasserstände, die für Verdünnung sorgen, sind extrem niedrig.

Der zweite Entsorgungsweg, die Versenkung von Salzabwasser durch Bohrlöcher in tiefe poröse Gesteinsschichten, steht für 2016 offenbar jetzt schon kurz vor dem Aus: In den vergangenen Jahren brachte K+S so pro Jahr jeweils 2,5 Mio. Kubikmeter Abwasser weg. Die 725 000 m3, die eine Übergangserlaubnis für 2016 noch genehmigt hat, will der Konzern nach RP-Angaben auf eine Million aufstocken, um ohne weitere Kurzarbeit bis zum Jahresende zu kommen.

Verhandlungen über stillgelegte Kaligruben in Thüringen und Niedersachsen könnten auch dort Deponieraum bringen: 200 000 m3 als Zwischenlager hat sich K+S in der Grube Springen (Wartburgkreis) genehmigen lassen. Auch Bischofferode im Eichsfeld ist im Gespräch. Tankzüge zum Abtransport sollen an den Kalifabriken schon bereitstehen.

Die 725 000 m3, die das RP fürs laufende Jahr K+S zur Versenkung noch zugestanden hat, gelten als Größe, die Grund- und Trinkwasser an der Werra nicht zusätzlich gefährdet. Dieselbe Menge soll nach Berechnungen der RP-Fachleute pro Jahr aus alten Versenkungen aufsteigen und unkontrolliert in die Werra einsickern - aus dieser Sicht also ein Nullsummenspiel.

Ob man das auch für 275.000 m3 mehr so ansetzen kann, werde derzeit geprüft, hieß es gestern beim RP. (wrk)

 

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