Schnelles Netz in Philippsthal startet bald

Symbolischer Akt: Vor dem Multifunktionsgehäuse auf dem Philippsthaler Marktplatz setzten (mit Helm beziehungsweise Spaten, von links) die Vorsitzende des Gemeindeparlaments, Ilona Öchel-Henkel, Bürgermeister Ralf Orth, Telekom-Planer Matthias Loosberg, und Telekom Ausbau-Leiter Harald Ortmann mit Vertretern der Gemeindegremien und der Gemeindeverwaltung den ersten Spatenstich für den Breitband-Ausbau. Foto: Eisenberg

Philippsthal. Fürs Foto stachen Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth und Harald Ortmann, Leiter der Produktion technischer Infrastruktur bei der deutschen Telekom, zwar mit dem Spaten in die Basaltschicht unter dem Pflaster des Philippsthaler Marktplatzes - tatsächlich lag dieser symbolische Akt am Dienstagnachmittag aber zeitlich näher an der Freigabe als am Baubeginn.

Denn am schon 13. Juni soll der erste von zwei Glasfaserkabel-Ringen, die seit einigen Wochen in der Marktgemeinde verlegt werden, in Betrieb gehen. Dann steht für 800 Haushalte in der Werragemeinde schnelles Internet mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung, verspricht das Unternehmen.

2,9 Kilometer Kabel 

Wenn Ende August ein weiterer Glasfaserring in Betrieb geht, haben 1500 Haushalte in der Kerngemeinde sowie in Röhrigshof und Heimboldshausen Zugang zum schnellen Netz. Insgesamt 2,9 Kilometer Glasfaserkabel verlegt die Telekom dafür zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und zehn sogenannten Multifunktionsgehäusen - grauen Kästen am Straßenrand, von denen aus die Datenpakete vom Glasfaser- auf die Kupferkabel übergeben werden. Mit der sogenannten Vectoring-Technik, die elektromagnetischen Störungen in den Kupferleitungen vorbeugt, wird die Datenübertragung schneller. Die Telekom kündigt bis zu doppelte Geschwindigkeit beim Herunterladen und bis zu vierfache Geschwindigkeit beim Hochladen im Vergleich zu bisherigen VDSL-Anschlüssen an.

In der Marktgemeinde habe es zwar für 98 Prozent der Haushalte schon bisher die Möglichkeit gegeben, über das Fernsehkabel von Unitymedia ans schnelle Datennetz angeschlossen zu werden. Das neue Angebot der Telekom trage aber zusätzlich dazu bei, dass Philippsthal ein attraktiver Wohnstandort bleibe, freute sich Bürgermeister Ralf Orth. Den Ausbau - das Verlegen von einem Kilometer Glasfaserkabel beziffern die Telekom-Verantwortlichen mit rund 70 000 Euro - finanziert das Unternehmen ohne Beteiligung der Gemeinde. Allerdings werden dadurch nur die wirtschaftlich interessanten Ortsteile Philippsthal, Röhrigshof und Heimboldshausen erschlossen.

Für Harnrode, Gethsemane und Unterneurode setzt der Rathauschef neben der Möglichkeit des Surfens über Fernsehkabel auf den Netzausbau durch die Breitband-Initiative der nordhessischen Landkreise.

Info-Veranstaltung 

Das neue Internet-Angebot will die Telekom in einer Info-Veranstaltung am Dienstag, 14. Juni, ab 19 Uhr in der Orangerie im Schlosspark vorstellen. Am 16. und 23. Juni bietet das Unternehmen zudem Beratungstage in der Gemeindeverwaltung im Schloss an.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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