Närrisch im thüringischen Unterbreizbach

Wochenendporträt: Alina Apel aus Philippsthal ist Kinderprinzessin

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Närrische Hoheit: Alina Apel aus Philippsthal ist Kinderprinzessin des Karnevalclubs in der thüringischen Nachbargemeinde Unterbreizbach. Girlanden und ein großes Schild am Wohnhaus der Familie künden von ihrer Regentschaft.

Philippsthal/Unterbreizbach. Wenn Alina I. über ihr Hoheitsgebiet blicken will, muss sie im heimischen Wohnzimmer ziemlich den Kopf recken. Die Elfjährige aus Philippsthal regiert gewissermaßen über die Landesgrenze hinweg – als Kinderprinzessin des Karnevalclubs in der thüringischen Nachbargemeinde Unterbreizbach.

Die Geschichte, wie die elfjährige Alina Apel zu Alina I. wurde, handelt nicht von einem Mädchen, das aus einer Fastnachtsdynastie kommt. Im Gegenteil. „Wir hatten damit vorher nicht viel zu tun, bei uns in Hessen wird ja kaum gefeiert“, erzählt Alinas Mutter Anja Apel. Ganz im Gegensatz zu den Nachbarorten in Thüringen. Letztendlich war es eine gemeinsam nachgeholte Tastenschreib-Prüfung am Gymnasium in Vacha, das die Elfjährige besucht, durch die der Kontakt zur Familie des diesjährigen Unterbreizbacher Kinderprinzen Lucas Becker zustande kam.

Als ihr Klassenkamerad sie fragte, ob sie seine Prinzessin sein wolle, hat Alina Apel nicht spontan zugesagt. „Eine Freundin hat mir erklärt, dass man so eine Chance nicht oft bekommt. Wenn man gefragt wird, muss man es auch machen“, meint die Elfjährige. Mit der offiziellen Prinzenkürung im November begann nicht nur für die Schülerin, sondern auch für ihre Eltern eine aufregende Zeit. Als beispielsweise der Karnevalclub die Häuser der Prinzenpaare schmückte, war die ganze Familie mit dabei. „Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden“, berichtet Alinas Mutter Anja.

Nach den Aufgaben einer Kinderprinzessin gefragt, scherzt Alina Apel: „Anwesend sein“. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. So hat sie beispielsweise an der Antrittsrede selbst mitgeschrieben. Etwa acht offizielle Auftritte als Kinderprinzessin absolviert sie im Laufe der Session – vom Besuch im Kindergarten über den Kinderfasching bis zum Büttenabend. Dabei verleiht sie Orden, welche die Konterfeis des Unterbreizbacher Kinder- und Erwachsenenprinzenpaares zieren.

Höhepunkt der tollen Tage

Zum Höhepunkt der tollen Tage wird das Kinderprinzenpaar im Unterbreizbacher Rosenmontagszug mit dabei sein. Bei den Abendveranstaltungen müssen Alina und Lucas allerdings bis 22 Uhr die Bühne verlassen haben – so verlangt es das Jugendschutzgesetz. Was sie als närrische Hoheit besonders mag? „Das Kleid“, antwortet die Elfjährige ohne zu zögern. Und fügt strahlend hinzu: „Jedes Mädchen möchte mal Prinzessin sein“. Neben dem hellblauen Kleid gehören zu ihrem Outfit auch ein roter Umhang und ein Diadem, die als Herrschaftsinsignien von Jahr zu Jahr weitergegeben werden. Ob sie später auch mal Erwachsenenpinzessin werden wolle? „Viellicht schon“, sagt Alina Apel. Und auch Mutter Anja gesteht, mittlerweile vom närrischen Treiben „schon ein bisschen angefixt“ zu sein. Warum auch nicht – die thüringischen Karnevalshochburgen liegen schließlich direkt in Sichtweite.

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