Aktionäre sauer wegen verhinderter Übernahme

K+S-Vorstand trotz Kritik entlastet

Kassel. Entlastung nach einem teils emotionsgeladenem Redemarathon: Nach einem zehnstündigen Schlagabtausch zwischen Aktionärvertretern sowie dem Vorstand des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S erteilte eine Mehrheit von 77 Prozent des anwesenden Kapitals dem Management gestern am späten Nachmittag Entlastung.

Vorstandschef Norbert Steiner, gegen den sich die Hauptkritik richtete, reagierte mit Erleichterung auf den Ausgang der Abstimmung.

Hauptkritikpunkt war vor allem die abgewehrte Übernahme des Kasseler Rohstoffkonzerns durch den kanadischen Rivalen Potash im vergangenen Jahr, der 41 Euro je K+S-Aktie geboten hatte. Seither verlor das Papier gut ein Drittel an Wert und schloss gestern bei 22,52 Euro. Viele Aktionäre sehen sich um ein gutes Geschäft gebracht.

Steiner argumentierte von Anfang an, dass der gebotene Preis nicht den wahren Wert des Konzerns widerspiegele und betonte, dass Vorstand und Aufsichtsrat das inoffizielle Angebot einstimmig ablehnt hätten. Und ein offizielles habe es nie gegeben.

Zweiter Kritikpunkt waren staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Zusammenhang mit der Versenkung von Salzabwasser in Thüringen. Ermittelt wird gegen Steiner, Aufsichtsratschef Ralf Bethke, zwölf weitere K+S-Manager sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Bergamts.

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