Kreisverband übt Kritik an Haldenerweiterung – Das Unternehmen widerspricht

K+S: Grüne wollen Transparenz

Philippsthal/Heringen. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt in einer Pressemitteilung die Errichtung der Kainit-Kristallisations-Flotations-Anlage am K+S-Standort Hattorf als einen richtigen Schritt zu nachhaltigerer Produktion.

Im Gegensatz dazu entlaste die Aufhaldung der Trockenabfallstoffe aus der Produktion zwar aktuell die Entsorgungswege, stelle aber eine Verlagerung der Probleme auf spätere Generationen dar. Durch die jetzt geplante Haldenerweiterung bei Widdershausen werde auch die Menge der Haldenabwässer weiter steigen. So lange die Halden nicht abgedeckt seien, stelle das Ganze einen Verschiebebahnhof dar, mit dem Zeit gewonnen werden solle.

Die Grünen fordern mehr Transparenz. Die Öffentlichkeit müsse darüber informiert werden, welche Mengen an Altlasten bereits jetzt die Entsorgungswege verstopfen und dadurch die Produktion behindern. Die Grünen wollen wissen, welche chemischen Hilfsstoffe bei den jetzt angewandten Produktionsverfahren eingesetzt werden, in welchen Mengen diese als Rückstand in dem abzulagernden Salz sowie der zu entsorgenden Salzlösung enthalten sind und in welchem Umfang diese Stoffe eine Umwelt- der Wasser- und Grundwassergefährdung darstellen.

Bereits seit 2011 sei das Unternehmen in der Pflicht, mit einem Drei-D-Modell zu beweisen, dass die Versenkung den Grundwasserkörper nicht schädigt. Dieser Nachweis stehe weiterhin aus. „Die Validierung dieses Modells wäre dringlicher, anstatt immer wieder medienwirksam mit der Keule des Stellenabbaus zu drohen, wenn Unternehmensforderungen nicht erfüllt werden“, schreiben Martina Selzer und Wolfgang Köhler. Das Werk Werra informiere die Bevölkerung bereits seit Jahren regelmäßig unter anderem in öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen, betont hingegen K+S-Pressesprecherin Ivonne Balduf. Eine solche Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Vier-Phasen-Plan habe im Mai 2015 in Philippsthal und Heringen stattgefunden.

Abdeckung in Arbeit

Auch an der Haldenabdeckung arbeite das Unternehmen. Ein Versuch sei bereits gelaufen, ein weiterer im größeren Format ebenfalls in Arbeit. Der Sonderbetriebsplan sei bei der Behörde eingereicht. Die Haldenbegrünung sei ein langfristiges Projekt und nicht innerhalb von ein paar Monaten zu realisieren. „Gerne vereinbaren wir mit dem Kreisverband einen Vor-Ort-Termin, um die Inhalte, Zusammenhänge und Zeitabläufe zu erläutern“, so die K+S-Sprecherin. Das Gesamtsystem der Entsorgung sei ausführlich und mit unabhängigen Gutachten unterlegt am Runden Tisch untersucht worden. Die Ergebnisse seien für jedermann im Internet einsehbar. (www.runder-tisch-werra.de). Die Kurzarbeit wird laut Balduf nicht als Druckmittel eingesetzt. Die zur Verfügung stehenden Speicherbecken seien entweder gefüllt oder müssten für die Aufnahme der produktionsunabhängig anfallenden Haldenwässer vorsorglich freigehalten werden. (jce)

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