Wintershall und Neuhof nicht betroffen

Schwermetallbelastung an K+S-Abraumhalden: Hohe Werte nur in Hattorf

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Im Herbstnebel: Die Philkippsthaler Abraumhalde, die mit Schwermetallen belastet sein soll.

Philippsthal/Heringen. Erhöhte Schwermetallkonzentrationen sind bislang nur im Umfeld der Abraumhalde des K+S-Standorts Hattorf bei Philippsthal gemessen worden. Das teilte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Die Halden des Standorts Wintershall bei Heringen sowie des Werks Neuhof-Ellers (Landkreis Fulda) seien demnach nicht betroffen. Auch an diesen Halden werde das Grundwasser regelmäßig untersucht und das Messprogramm, wenn erforderlich, verdichtet. Derzeit seien dort jedoch keine derartig hohen Konzentrationen an Schwermetallen oder Aluminium festgestellt worden. Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks werden diese durch salzhaltige Abwässer aus tieferliegenden Tonschichten ausgewaschen.

Nicht an der Oberfläche

Über die erhöhten Schwermetallwerte in Hattorf sei das Ministerium im Juni informiert worden. Unmittelbar am Fuß der Rückstandshalde wurden demnach deutlich über den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung liegende Konzentrationen an Schwermetallen und Aluminium gemessen.

Die höchsten Werte in Hessen wurden laut Ministeriums-Sprecherin an Grundwassermessstellen festgestellt, die am südwestlichen Rand der Rückstandshalde nahe der Landesgrenze zu Thüringen liegen. Der schwebende Grundwasserleiter ströme hier südöstlich in Richtung des Breizbachtals nach Thüringen.

Nach den beim RP Kassel vorliegenden Informationen gehe von der Schwermetallbelastung des Grundwassers in Hessen keine Gefahr aus, heißt es aus dem Umweltministerium. Das Grundwasser des sogenannten schwebenden Grundwasserleiters werde in Hessen nicht genutzt und trete auch nicht in Form von Quellen an der Oberfläche aus.

Anders sehe die Situation auf thüringischer Seite der Rückstandshalde aus. Dort trete das belastete Wasser zu Tage. Im Juli hatte die thüringische Kontrollbehörde deshalb jede Nutzung von Grundwasser in einem großen Gebiet der Gemeinde Unterbreizbach untersagt.

In Hessen wurde K+S verpflichtet, das Messstellennetz zu erweitern, um eine noch bessere Kontrolle zu gewährleisten. Zum anderen sei das Unternehmen aufgefordert worden, die Auswirkungen der Rückstandshalde auf die Umwelt und insbesondere den Boden und das Grundwasser zu ermitteln.

Bei unerwarteten nachteiligen Auswirkungen müsse das Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um diesen entgegen zu wirken. Derzeit würden durch K+S die Wirkmechanismen untersucht, die zu den erhöhten Schwermetallkonzentrationen im Grundwasser führen. Sobald die Ergebnisse hierzu vorlägen, werde über weitere kurzfristige Maßnahmen entschieden, teilt die Behördensprecherin mit. (jce)

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