Sechs junge Flüchtlinge erhielten im Werk Werra einen Einblick ins Berufsleben

Flüchtlinge bei K+S: Der Ausbildungsplatz ist das Ziel

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Einblick ins Berufsleben: (von links) Rafat Albuni, Patrick Christ, Albraa Hamoud, Lucas Ludwig, Hassan Reza Chadhar, Muhammad Alhammadeh, Kerstin Staudtmeister und Josef Büchel. Es fehlen Soltan Soltani und Zaker Reshad.

Philippsthal/Heringen. Sechs junge Flüchtlinge erhielten im Werk Werra des Düngemittelherstellers K+S einen Einblick ins Berufsleben „Es macht Spaß, zu lernen und zu arbeiten“, sagt Rafat Albuni. Rafat ist 22 Jahre alt und von Syrien nach Deutschland geflüchtet.

Seit sieben Monaten lebt er in Heringen. Gemeinsam mit Muhammad Alhammadeh (16 Jahre, Syrien), Soltan Soltani (22 Jahre, Afghanistan), Hassan Reza Chadhar (24 Jahre, Pakistan), Albraa Hamoud (16 Jahre, Syrien) und Zaker Reshad (24 Jahre, Äthiopien) hat er kürzlich ein Praktikum zur Berufsorientierung im Kaliwerk Werra absolviert. Dieses Pilotprojekt hat das Werk Werra aufgelegt, um Flüchtlingen einen Einblick in drei Berufe und die Berufsausbildung in Deutschland zu ermöglichen. Rafats Fazit nach sieben Wochen in den unterschiedlichen Bereichen: „Ich mag Chemie. Der Metallbereich ist eher nichts für mich. Und wir haben schon gute Kontakte zu den Kollegen.“

„Jungen Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, die Möglichkeit zu eröffnen, das Berufsleben kennenzulernen, hat für uns auch etwas mit sozialer Verantwortung zu tun“, sagt Werksleiter Kurt Lindhof. Für das Projekt hat das Werk viel Vorarbeit geleistet: Mit Josef Büchel gibt es eigens einen Ausbilder, der sich speziell um die Flüchtlinge kümmert. Fast alle Ausbilder und auch Mitglieder des Betriebsrates nahmen vorher an einem Workshop zum Thema Integration teil. Neben den Ausbildern stehen den Parktikanten auch Auszubildende des ersten Lehrjahres als Betreuer zur Seite. Patrick Christ aus Martinroda und Lucas Ludwig aus Tiefenort, beide angehende Industriemechaniker, haben sich freiwillig gemeldet.

Ein Lehrplan mit Bewertungskriterien speziell für die Praktikanten wurde aufgestellt und gemeinsam mit den Auszubildenden des zweiten Lehrjahres Unterrichtsmaterial entwickelt, das vor allem durch Bilder und weniger durch Texte lebt. „Die Sprache ist ein wichtiger Aspekt und ein Schlüssel für den Erfolg“, sagt Ausbilder Josef Büchel. „Mit den Jungs ist es sehr gut gelaufen.“ Auch das Werk habe viel hinzugelernt, ergänzt Ausbildungsleiterin Kerstin Staudtmeister. Einer der Praktikanten habe sich zum Beispiel zum besseren Verständnis die Werkzeug-Begriffe auf Persisch in seine Unterrichtsskripte eingefügt.

„Diese eigenen Übersetzungshilfen werden wir bei der nächsten Gruppe gleich mit in den didaktischen Ablauf einbauen,“ so Staudtmeister. Im September wird eine zweite Gruppe – diesmal Flüchtlinge, die im Wartburgkreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg untergebracht sind ein Praktikum im Kaliwerk Werra antreten. (red/jce)

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