Ehemaliges Röhrigshofer Kunststoffwerk soll bis Ende September abgewickelt sein

Ehemaliges Kunststoffwerk: Der Ausverkauf läuft

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Außer Betrieb: Auf dem Werksgelände von RKW-Agri im Philippsthaler Ortsteil Röhrigshof läuft derzeit die Demontage der technischen Anlagen.

Röhrigshof. Eine Ballenpresse ab 2000 Euro, ein Schraubenkompressor ab 9000 Euro oder komplette Büroeinrichtung zum Startpreis von 50 Euro: Noch bis zum 29. Mai kommt auf dem Internet-Versteigerungsportal Verwertungszentrum24.de das Inventar des geschlossenen Röhrigshofer Kunststoffwerks der RKW Agri GmbH unter den Hammer.

Damit ist das vorerst letzte Kapitel des Folienherstellers angebrochen, der 1969 unter dem Namen Werra Plastic gegründet worden war und ursprünglich Kunststoff-Säcke für die benachbarte Kali-Industrie produzierte. Bis Ende September solle der Standort abgewickelt sein, teilt Unternehmenssprecherin Susanne Herchner auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Konsolidierungskurs

Im November hatte die Konzernleitung der RKW-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Frankenthal, zu der das Werk seit 2006 gehört, das Aus für die Standorte in Röhrigshof und im spanischen Saragossa verkündet. Begründet worden war das mit einer notwendigen Konsolidierung, um die Unternehmensgruppe für weiteres profitables und globales Wachstum zu rüsten.

Aus Mitarbeiterkreisen hieß es allerdings, der Standort sei Zug um Zug durch interne Entscheidungen immer weiter geschwächt und entwertet worden. Über 100 Mitarbeiter waren von der Schließung betroffen. Noch etwa 25 Angestellte sind derzeit nach Auskunft der Unternehmenssprecherin mit der Abwicklung des Standorts beschäftigt. Zur Anzahl der gekündigten Mitarbeiter wollte sich das Unternehmen ebenso wenig äußern wie zur Frage, ob Angestellte zu anderen RKW-Standorten wechseln konnten.

Zukunft unklar 

Wie das Areal an der Industriestaße künftig genutzt werden soll, sei noch unklar. „Es gibt dazu natürlich Überlegungen und Aktivitäten, doch mehr können wir momentan leider nicht sagen“, teilt die Unternehmenssprecherin mit.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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