Nur zwei Bergleute fahren nicht mehr ein

K+S gibt Details zum Grubenunglück in Unterbreizbach bekannt 

Unterbreizbach. Den Produktionsausfall in der Grube Unterbreizbach nach dem Grubenunglück vom 1. Oktober 2013 beziffert Hartmuth Baumert, Leiter der Gruben Unterbreizbach und Merkers auf 40 Millionen Euro.

Bei dem Gasausbruch waren damals drei Bergleute im Alter von 24, 50 und 56 Jahren erstickt. Erst am 11. November 2013 war ein Bereich auf der ersten Sohle wieder so weit vom Gas befreit, dass die Förderung teilweise wieder aufgenommen werden konnte. Die volle Fördermenge von 15 500 Tonnen am Tag wurde erstmals am 1. April 2014 wieder erreicht. Recht schnell sei wieder Normalität im Grubenbetrieb eingekehrt. „Nur zwei unserer 450 Bergleute wollten nach diesem Unglück nicht wieder einfahren und mussten das auch nicht“, sagt Baumert.

Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Meiningen war schließlich am 29. Dezember vergangenen Jahres, nach fast 15 Monaten, eingestellt worden. Keinem der Verantwortlichen sei laut Oberstaatsanwalt Jochen Grundler ein strafrechtlich relevantes Verschulden nachzuweisen gewesen. Insbesondere sei es für keinen der Verantwortlichen vorhersehbar gewesen, dass es zu einer Gasfreisetzung dieses Ausmaßes und dieser Intensität kommen würde.

Bei der Gasexplosion 950 Meter unter der Erde waren 40 Millionen Kubikmeter Kohlendioxid freigesetzt worden. Im Gestein lag dieses Gas in flüssiger Form vor und ist schließlich gasförmig entwichen. Das erklärt auch die große Menge. Ein Kubikmeter Flüssigkeit erzeugt 600 Kubikmeter gasförmiges Kohlendioxid“, führt Baumert aus.

Der aktive Ausbruch habe effektiv fünf Minuten gedauert. Durch den immensen Druck – 180 bis 200 Bar müssen im Gebirge zur Zeit des Ausbruchs vorgeherrscht haben –, sei das Gas zunächst mit Überschallgeschwindigkeit freigesetzt worden und habe seinen Weg über die Strecke genommen. lokalseite 5

Von Mario Reymond

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