Keine Zweidrittelmehrheit für Abwahl gegen Heringer Bürgermeister

Votum gegen Ries scheitert im Parlament

Hans Ries

Heringen. Das Misstrauensvotum gegen Bürgermeister Hans Ries gestern Abend im Heringer Stadtparlament ist gescheitert. Die für die Einleitung des Abwahlverfahrens notwendige Zweidrittelmehrheit von mindesten 21 Stimmen ist nicht zu Stande gekommen. Lediglich 20 der 31 Parlamentarier sprachen sich bei der offenen Abstimmung gegen das Stadtoberhaupt aus.

Dieses Resultat hatte sich schon in den vergangenen drei Wochen abgezeichnet. So hatte bereits ein Sozialdemokrat erklärt, er werde sich nicht für ein Abwahlverfahren gegen den Bürgermeister aussprechen, obwohl er Anfang März den ursprünglichen Akt gegen den Bürgermeister mit seiner Unterschrift noch unterstützt hatte. Diesen voreiligen Entschluss hatte er kurz darauf wieder revidiert, da die Heringer ihren Bürgermeister ohnehin nicht abwählen würden. Lediglich die sechs Vertreter der CDU votierten einmütig gegen Ries.

Im Vorfeld der Abstimmung hatten die Initiatoren Frank Roth (SPD), Eckhard Bock (CDU) und Peter Stötter (WGH) am Rednerpult wortgewaltig erklärt, warum eine weitere Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister nicht möglich sei. So wertete Roth das Verhalten des Bürgermeisters als selbstherrlich. Ries lasse keine andere Meinung zu. Viele Mandatsträger würden von ihm immer wieder verunglimpft.

Bock ging noch einen Schritt weiter und bezeichnete Ries als Mann, der das Klima vergifte. Zudem sei es an der Zeit, der Schuldenmacherei in Heringen ein Ende zu setzen. Für WGH-Fraktionssprecher Peter Stötter sei der Bürgermeister ein Mensch, der andere ständig diskreditiere.

Für den Bürgermeister sprang dann noch Thomas Mötzing (WGH) in die Bresche. Die Schulden von bald 80 Millionen Euro resultierten seiner Meinung nach aus der verfehlten Politik der Ries-Vorgänger, die sich nicht nach dem auf der Straße liegenden Fördergeld gebückt hätten.

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