235 000 Euro teurer Stahlbau ersetzt nicht mehr sanierungsfähige Holzkonstruktion

Vier Jahre bis zur Brücke

Was lange währt ..: Im November 2011 war der damalige Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zu einem Ortstermin auf der sanierungsbedürftigen Brücke Schwupp bei Philippsthal. Seinerzeit hatte er einen Leader-Förderbescheid über 35 000 Euro dabei. Archivfoto: roda

Philippsthal. Die Brücke Schwupp über die Ulster, zwischen dem hessischen Philippsthal und dem thüringischen Unterbreizbach gelegen, ist jetzt auch offiziell freigegeben.

Damit ist das Grüne Band – die etwa 1400 Kilometer lange Strecke entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze – auch im Werratal wieder geschlossen. Und Spaziergänger und Wanderer kommen wieder schwupp(s) über die Ulster.

Verpflichtet

Die Marktgemeinde Philippsthal hatte sich vor vielen Jahren bereits vertraglich verpflichtet, den Wanderweg Grünes Band zu erhalten. Für die Sanierung der einstigen Holzbrücke hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Bürger stark gemacht. Bereits Ende 2011 hatte der damalige Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt einen Förderbescheid zur Sanierung der Brücke dabei und an Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth übergeben.

Doch was nach dem Beschluss des Philippsthaler Gemeindeparlaments im Jahre 2012 recht schnell hätte in Angriff genommen werden können, entpuppte sich dann doch eher als ein zähes Projekt, das schließlich bis ins Jahr 2015 hinein andauerte.

So sollte die nicht mehr verkehrssichere Brücke 2013 für 120 000 Euro saniert werden. Doch nach zwei extremen Hochwassern im Mai 2013, bei dem die Widerlager sowie der Mittelpfeiler erheblich beschädigt wurden, ruhte der Bau.

Bei einer Sonderprüfung wurde zudem die Baufälligkeit beschieden. Recht schnell einigten sich alle Beteiligten auf einen kompletten Neubau, da andernfalls die Marktgemeinde das bis dahin erhaltene Fördergeld hätte zurückzahlen müssen.

Also folgte der komplette Neubau einer 20 Meter langen und 2,50 Meter breiten Stahlbrücke mit hellbraunen Recyclingkunstoffbohlen als Lauffläche.

Statt der geplanten 120 000 Euro für die Schwupp-Sanierung sind schlussendlich 235 000 Euro für den Neubau herausgekommen. Insgesamt 135 000 Euro flossen über verschiedene Förderprogramme. Die Marktgemeinde Philippsthal musste für den Neubau somit 100 000 Euro selbst aufbringen.

Ursprünglich hatten die Verantwortlichen in Philippsthal mit eigenen Kosten in Höhe von 85 000 Euro für die Sanierung der alten Holzbrücke über die Ulster gerechnet.

Von Mario Reymond

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