Projekt von Fachschülern und Weltladen

Über den Tellerand geblickt

Mit Feuereifer dabei: Beim Projekttag verarbeiteten angehende Sozialpädagoginnen Stoffreste. Foto: nh

Heimboldshausen. „Wir blicken gemeinsam über den Tellerrand“ lautete das Motto eines Projekttages, der kürzlich an der Fachschule für Sozialwesen in Philippsthal-Heimboldshausen stattfand. In Kooperation mit dem Weltladen in Bad Hersfeld ging es am Beispiel von Sri Lanka um die Lage insbesondere von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern.

Als Referentinnen waren Martina Lenz aus Mannheim, Heide Schumann-Held aus Bad Hersfeld und Chandralal Premakumara aus Colombo zu Gast. Es ist gerade einmal zehn Jahre her, dass ein Tsunami auf der Insel Sri Lanka verheerende Schäden hinterließ. Heute ist Sri Lanka weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden, die Lage vieler Menschen dort ist aber nach wie vor schwierig.

Wie funktioniert das Bildungssystem? Und wie kann man die Menschen dort unterstützen? Diesen Fragen gingen über 80 Schüler, Studierende und Lehrkräfte der Schulformen für Sozialwesen an der Außenstelle der Beruflichen Schulen Obersberg (BSO) in Heimboldshausen bei zwei Vorträgen und vier Workshops nach.

Chandralal Premakumara berichtete über teilweise menschenunwürdige Bedingungen, unter denen viele Frauen in Sri Lanka für große Modemarken nähen. Als Alternative stellte er sein eigenes Modellprojekt vor, in dem bedürftige Frauen gut ausgebildet werden und dann zu fairen Bedingungen Produkte für den Eine-Welt-Handel herstellen. Wie einfallsreich solche Erzeugnisse aussehen können, stellte Martina Lenz vom Transfair-Label „Colombo 3“ vor. Heide Schumann-Held diskutierte in ihrem Workshop die These „kaufen statt spenden“. „Der Kauf fair gehandelter Produkte stärkt die Strukturen vor Ort und hilft so nachhaltiger als eine einmalige Spende“, ist sie überzeugt.

Die Teilnehmer des Projekttages konnten aber auch selbst Hand anlegen. Im Workshop „Mit Nadel und Faden die Welt verändern“ wurden Stoffreste zu einfachen Textilprodukten verarbeitet. Unter der Überschrift „Malen statt Worte“ erfuhren die Teilnehmer am eigenen Leib, wie Kinder mit Pinsel, Farben und weiteren Utensilien Eindrücke, Erfahrungen, aber auch traumatische Erlebnisse und Ängste verarbeiten können. BSO-Abteilungsleiterin Simone Gläser war von der Vielfalt und der pädagogischen Qualität der Angebote beeindruckt. (red/nm)

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