Wahlanalyse: In Heringen wirbelt die neue Gruppierung GfH viel durcheinander

Ein Top-Ergebnis für Hans Ries bei der Kommunalwahl

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Heringens amtierender Bürgermeister Hans Ries (WGH).

Heringen. Die neue Gruppierung GfH schafft auf Anhieb 14,5 Prozent. Dieser Stimmenanteil geht den etablierten Vertretern im Heringer Stadtparlament verloren.

Wahlgewinner und auch gleichzeitig Wahlverlierer ist die WGH um Bürgermeister Hans Ries. Die WGH bleibt zwar mit Abstand stärkste Fraktion, verliert aber 7,3 Prozent und zwei Sitze. Die mit Abstand meisten Stimmen erhielt Hans Ries mit 3133. Kurios: Sein Mandat könnte Ries nur annehmen, wenn er vor der konstituierenden Sitzung von seinem Amt als Bürgermeister zurücktreten würde. Aktuell ist er bis zum 30. Juni gewählt. Pikanterweise findet nun am 20. März die Stichwahl um das Bürgermeisteramt statt. Ins Rennen gehen Hans Ries und sein Herausforderer Daniel Iliev. Dann wird von den Heringer Bürgern festgelegt, wer ab dem 1. Juli Stadtoberhaupt in der Werrastadt sein soll. Es bleibt spannend...

Manfred Wenk ist zurück

Das zweitbeste Ergebnis bei der Wahl erzielte Manfred Wenk (GfH) mit 2803 Stimmen. Der frühere Erste Stadtrat und spätere Vorsitzende des Stadtparlaments für die WGH ist nun mit neuen Kräften zurück in der Stadtpolitik. Auf Listenplatz zwei folgt bei der GfH Elfriede Möller (2105 Stimmen), die bisher für die UL – die Abtrünnigen der WGH – im Stadtparlament gesessen hatte.

Gehörig durcheinandergewirbelt wurde von den Wählern die Liste der CDU. So wurde der Fraktionsvorsitzende Eckhard Bock von Listenplatz eins auf fünf nach hinten gesetzt. Von Platz zwei auf zwölf stürzte gar die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Anneliese Golez ab. Dagegen schnellten Hans-Jürgen Ruch von acht auf eins, Walter Schimmelpfennig von zwölf auf zwei und Gerhard Rudolph von 16 auf vier. Die Christdemokraten dürften als eigentliche Wahlverlierer bezeichnet werden. Von einer geringeren Ausgangsposition gestartet, fuhren sie nur 13,2 Prozent ein und büßten zwei ihrer bisher sechs Sitze ein.

Nicht ganz so wild ging’s dagegen auf der Liste der Sozialdemokraten zu. Aber auch dort gab es einige beachtenswerte Veränderungen. So rutschte Dieter Guderjahn von Listenplatz 14 auf sechs nach vorne. Spitzenkandidat Frank Roth wurde bestätigt. Er bekam 2099 Stimmen.

Hans-Jürgen Fischer, der kurz vor der Wahl den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt hatte, wurde von Platz 17 auf 24 nach hinten gestimmt. Er ist damit nicht gewählt und kann auch nicht als Unabhängiger in die Stadtverordnetenversammlung einziehen.

„Pinocchio“ ist raus

Fischer ist übrigens der Heringer Kommunalpolitiker, der immer wieder durch das Platzieren einer Pinocchio-Figur aufgefallen war. Immer wieder dann, wenn der Bürgermeister an das Rednerpult trat, tauschte Fischer eine kurze durch eine längere Holznase aus – solange, bis er es vom Parlamentsvorsitzenden untersagt bekam.

Von Mario Reymond

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