Weihnachtsfeier an der Werratalschule Heringen mit Beiträgen aller Klassen

Der tiefe Sinn des Fests

Musikalische Vielfalt: Eine große Bandbreite zeigten die Schülerinnen und Schüler der Werratalschule in ihren Beiträgen zur Weihnachtsfeier. Foto: Finke

Heringen. Seit vierundzwanzig Jahren versammelt sich immer am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien die gesamte Schulgemeinde der Werratalschule Heringen zu einer gemeinsamen Feier. Verschiedene Klassen oder musikalische Gruppen setzen sich mit ihren Liedern, Gedichten oder Szenen mal locker-heiter, mal ernsthaft-kritisch mit dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes oder unserem heutigen Umgang damit auseinander.

Musikalisch erstreckte sich die Palette von Instrumentalstücken des Schulorchesters und der Bläserklasse des sechsten Jahrgangs über Darbietungen der Singeklasse des fünften Jahrgangs und der AG-Popsongs sowie zweier Projektchöre aus verschiedenen Oberstufengruppen bis hin zum fetzigen Sound der Eigenkompositionen „Magical Day“ und „Jingle Bells“ des Abiturienten Marcel Schneider.

Einen besonders amüsanten Sketch führten Schüler und Schülerinnen der Klasse 7H auf. Sie zeigten, wie es dem Weihnachtsmann wohl gehen könnte, wenn er mit seinem Schlitten zum TÜV müsste.

Immer wieder spiegelten vor allem die Wortbeiträge die derzeitige Situation unserer Welt und ließen den Wunsch nach Frieden hören, so zum Beispiel das topaktuelle Gedicht der Klasse 10R, in dem sogar vom Klimagipfel in Paris die Rede war, oder der „weihnachtliche Dorftratsch“ der Klasse 9R. Schüler und Schülerinnen der Klasse 5F2 sprachen Fürbitten für Kinder, die in Kriegsgebieten Not und Hunger leiden. In der Sprechszene der Klasse 6G1 erloschen symbolisch am Adventskranz die Kerzen des Friedens, des Glaubens und der Liebe, die anschließend mit Hilfe der noch brennenden Kerze der Hoffnung wieder zum Leuchten gebracht wurden.

Während noch im Beitrag der Klasse 6F1 frohe Weihnachtswünsche in den Sprachen vieler verschiedener Länder ausgesprochen wurden, folgte in der Szenenfolge „Auszug aller Ausländer“ der Klasse 7G2 ein aufrüttelnder Kontrast. Das anfängliche Lachen des Publikums erstarb zusehends, da deutlich wurde, wie mit dem Verschwinden alles „Fremden“ das Leben in Deutschland immer mehr verarmte.

Noch direkter thematisierte der Oberstufen-Religionskurs von Pfarrer Thorsten Waap in seinem Krippenspiel die Situation der Menschen in Syrien bzw. der Flüchtlinge in unserem Land, indem die biblische Weihnachtsgeschichte mit Meldungen über die Geburt eines Flüchtlingskindes auf der Fregatte Schleswig-Holstein kontrastiert und die oft nur notdürftige Unterbringung von Flüchtlingen kritisiert wurde.

Diese Gedanken griff Waap auch in seinen Abschlussworten auf und appellierte an die Anwesenden, sich auch in der Weihnachtszeit mit der Wirklichkeit des Lebens auseinanderzusetzen. Schließlich klang die Feier – wieder ganz entsprechend der Tradition – mit dem gemeinsam gesungenen „O du fröhliche“ aus. (fin)

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