K+S Verbundwerk Werra öffnete gestern seine Türen für interessierte Besucher am Standort im thüringischen Unterbreizbach

Tausende blickten in die Kaliwelt

Großer Andrang: Schon um zehn Uhr bildeten sich lange Menschenschlangen zur Anmeldung für die geführten Touren beim Tag der offenen Tür im K+S-Standort Unterbreizbach. Fotos: Konopka

UNTERBREIZBACH. Glück auf. Da war ganz schön was los, am Sonntag im K+S Verbundwerk Werra. Tausende kamen aus nah und fern zum Tag der offenen Tür nach Unterbreizbach. Schon um zehn Uhr bildeten sich am architektonisch schmucken Tor 2 lange Menschenschlangen zur Anmeldung für die geführten Touren. Die Besucher warfen einen Blick hinter die Kulissen der Produktion und vom Förderturm in die Ferne. In kumpelhafter Atmosphäre erfuhren die Gäste, wie komplex und interessant die Kaliproduktion, aber auch, wie wichtig das Kaliwerk für die Region ist. „Wir leben und arbeiten gemeinsam im Werratal“, sagte Werkleiter Christoph Wehner zur Begrüßung.

Zwei geführte Touren durch das Betriebsgelände verschafften den Gästen interessante Einblicke in die Kaliwelt. Bei der Produktions-Tour erfuhren die Besucher Wissenswertes aus den Werkstätten und dem Labor, sowie der Trocknung und Granulierung. Im Produktschuppen sah man das breite Angebotsspektrum der Kali-Produkte. An den einzelnen Stationen erhielten die „Schaulustigen“ aus erster Hand Informationen zu den Tätigkeiten und der Ausrüstung der Kumpel. Bei der Förderturm-Tour ging es sprichwörtlich in die Höhe. Ein wunderbarer Blick auf die Produktionsgebäude und die Region war die Belohnung für den anstrengenden Aufstieg, der viel „Puste“ kostete. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei den hochsommerlichen Temperaturen. Voraussetzungen für beide Touren waren also eine gute körperliche Verfassung und festes Schuhwerk.

Informativ

Auch über Umweltthemen und die Ausbildung im Kaliwerk Werra konnten sich zukünftige Bergleute informieren. Das Erlebnis Bergwerk Merkers, die Werratal-Touristik und der Bergmannsverein Unterbreizbach rührten kräftig die Werbetrommel für die Region. An den Info-Ständen waren Buchstaben für ein Gewinnspiel versteckt, bei dem es tolle Hauptpreise gab: Jeweils für zwei Personen eine Floßfahrt und Kanufahrt auf der Werra, zwei Karten für das Erlebnis Bergwerk Merkers und einen Flug über die Wasserkuppe.

Die große Unterstützung der Veranstaltung durch ortsansässige Vereine zeige, wie wichtig das Verbundwerk Werra für Osthessen und Westthüringen ist, bedankten sich die Werkleiter Christoph Wehner und Roland Keidel für das Engagement der Menschen. Roland Keidel: „Der Standort Unterbreizbach selbst wird nach derzeitigen Erkenntnissen bis etwa 2032 produzieren, weil dann die Vorräte der Grube erschöpft sind.“ Nicht jeder Arbeitgeber könne in unserer schnelllebigen Zeit eine solche Perspektive geben. Gemeinsam mit der Gemeinde Unterbreizbach gelte es, für den Zeitraum danach geeignete Ideen zu entwickeln. Auch Unterbreizbachs Bürgermeister Roland Ernst und Kurt Kästner als Vertreter für Landrat Reinhard Krebs begrüßten die Besucher. Dann schnitten sie gemeinsam die Förderturm-Torte an.

Tag der offenen Tür im K+S Verbundwerk Werra Unterbreizbach

Show war auch angesagt: Die Turmbläser Stadtlengsfeld, der Männerchor Pferdsdorf, der Karnevalsclub, die Bergmannskapelle, die Kindertagesstätte „Die Zaunkönige vom Glaamer Grund“ und die Höhenrettung der Werkfeuerwehr präsentierten ihr Können. Die Werkfeuerwehr Unterbreizbach bot ihre legendäre Erbsensuppe mit oder ohne Bockwurst an, der Sportverein verwöhnte die Besucher mit Kaffee und Kuchen. So lächelte auch Ivonne Balduf (Kommunikation Werk Werra) zufrieden in der Mittagssonne: „Wegen des starken Besucherandranges haben wir die Tourenzahlen erhöhen müssen. Auf 21 Produktions-Touren und 13 Förderturm-Touren.“ Glück auf.

Von Ludger Konopka

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