Künftig keine Unterschiede mehr bei Arbeitern und Angestellten

Bei K+S gilt bald nur noch ein Tarifvertrag

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BAD HERSFELD. Bis zum Jahresende 2015 soll an den Standorten der Kali- und Steinsalzindustrie ein neuer Entgelttarifvertrag eingeführt werden. Von diesen Neuerungen betroffen sind auch die rund 4500 Beschäftigten der K+S Kali GmbH, Werk Werra.

Aus den bisher 27 Lohn- und Gehaltsgruppen – elf für gewerbliche Arbeitnehmer und 16 für Angestellte – werden künftig zehn Entgeltgruppen. Bei der Bezahlung werden damit keine Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten mehr gemacht. Ausschlaggebend für die Eingruppierung und die spätere Vergütung sind die ausgeübte Tätigkeit, die jeweiligen Fähigkeiten und die dafür erforderliche Qualifikation. Gleiche Tätigkeiten werden gleich vergütet. Der einheitliche Entgelttarifvertrag ist nach acht Jahren intensiver Verhandlungen zwischen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und dem Verband der Kali- und Salzindustrie (VKS) entstanden.

Neuregelung nach 40 Jahren

Ziel sei es gewesen, die Vergütungsstrukturen an die technische und gesellschaftliche Entwicklung anzupassen, unter anderem einen einheitlichen Entgelttarifvertrag für gewerbliche Mitarbeiter und Angestellte hinzubekommen, sagten IG-BCE-Verhandlungsführer Bernd Stahl und Holger Blannarsch, Personalleiter der K+S AG und Mitglied der Arbeitgeber- Tarifkommission in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Stahl und Blannarsch haben die Verhandlungen in der entscheidenden Phase Ende vergangenen Jahres geleitet. Die bisher seit etwa 40 Jahren geltenden zwei unterschiedlichen Tarifverträge werden nun schon bald der Vergangenheit angehören.

Mit der Umsetzung des neuen einheitlichen Tarifvertrags soll schon in Kürze begonnen werden. Wegen der unterschiedlich großen K+S-Standorte gilt jedoch eine Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2015.

Von Mario Reymond

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Die Bezahlung soll gerechter werden - Acht Jahre an dem neuen Tarifwerk gefeilt

Durch diese Neuerungen in der Kali- und Steinsalzindustrie soll die Vergütung gerechter werden. Keiner der Beschäftigten werde künftig finanziell schlechter dastehen als bisher. Lediglich bei Neueinstellungen könnte es die eine oder andere Veränderung zu dem bisherigen Tarifwerk geben. Dabei sei es aber nicht so, dass sich neue Mitarbeiter schlechter stehen würden. „Wir haben mit dem neuen Entgelttarifvertrag keine Absenkung für Neueinsteiger vorgenommen“, erklärt Blannarsch. Es werde durch die Neuerungen im Tarifsystem keinerlei Einsparung generiert. „Aber auf der anderen Seite werde es auch keine Kostensteigerung geben“, merkt Blannarsch an.

Gemeinsam mit Bernd Stahl ist er in den vergangenen Wochen und Monaten unterwegs gewesen, um den Beschäftigten in der Kali- und Steinsalzindustrie die Veränderungen näherzubringen. Zum Abschluss der Informationsveranstaltungen ist am Freitag vergangener Woche eine Informationsbroschüre an alle Beschäftigten der K+SGruppe in Deutschland verteilt worden. (rey)

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