Philippsthaler SPD fordert: Gemeinde soll evangelischen Kindergarten übernehmen

Streit um die „Landgrafen“

Ralf Merkel

Röhrigshof. Der Gemeindevorstand in Philippsthal ist von der Gemeindevertretung aufgefordert worden, alle notwendigen Schritte einzuleiten, um den evangelischen Kindergarten „Kleine Landgrafen“ in die Trägerschaft der Marktgemeinde zu überführen.

Diesem Antrag der Sozialdemokraten stimmten elf der zwanzig anwesenden Gemeindevertreter zu. CDU und FWG votierten dagegen. Für die SPD hatte Andreas Nennstiel erklärt, dass das Kreiskirchenamt ohnehin nur zehn Prozent der ungedeckten zuschussfähigen Kosten übernehme. Ferner müsse festgehalten werden, dass die Kommune zusätzlich noch 90 Prozent der Verwaltungsaufgaben des Kreiskirchenamts bezuschusse. 2014 seien 29 300 Euro von der politischen Gemeinde an die Kirche überwiesen worden. In diesem Jahr werde in diesem Bereich die Marke von 30 000 Euro überschritten.

„Da auch viele Kostenarten wie beispielsweise Abschreibungen von den ungedeckten zuschussfähigen Kosten ausgenommen sind, wird die Gemeinde mit weit über 95 Prozent der Kosten in die Pflicht genommen“, erklärt Nennstiel.

Hohes Sparpotenzial

Die SPD hätte gerne an der erfolgreichen Arbeit mit der Kirche festgehalten. Da die Kommune jedoch einen weiteren Kindergarten unterhalte, sei durch die Eingliederung der „Kleinen Landgrafen“ ein hohes Einsparpotenzial zu erreichen, glaubt Nennstiel.

Ralf Merkel (FWG) warnt vor einer Übernahme des evangelischen Kindergartens: „Dadurch kommt eine nicht absehbare Kostenerhöhung auf die Gemeinde zu. Außerdem wird so die volle Pfarrstelle für Philippsthal in Gefahr gebracht.“

Durch diesen SPD-Beschluss werde die vertrauensvolle, offene und ehrliche Arbeit mit der Kirche völlig außer Acht gelassen. „Wir können doch der evangelischen Kirche nicht die Trägerschaft entziehen. Ob die Kirche weiterhin einen Kindergarten betreibt und an welchem Ort, steht einzig und allein in der Verantwortung der Kirche. Wir lehnen den Antrag ab, da Kirche und Staat strikt getrennt bleiben sollten“, teilt Ulrike Wenig für die Christdemokraten mit.

Von Mario Reymond

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