1750 Kumpel an Standorten Hattorf und Unterbreizbach betroffen

K+S setzt Produktion im Werratal vorerst aus

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Hersfeld-Rotenburg. Schlechte Nachrichten in der Vorweihnachtszeit für die Kali-Kumpel im Werratal: K+S setzt die Produktion an den Standorten in Hattorf und im thüringischen Unterbreizbach ab dem 1. Dezember vorübergehend aus. Davon sind rund 1750 Mitarbeiter betroffen, die nun zunächst Überstunden und Resturlaub abbauen sollen. Am Standort Wintershall läuft die Produktion weiter.

Grund für die Drosselung der Produktion ist die fehlende Versenkerlaubnis, die zum 30. November ausläuft (wir berichteten). Die Verlängerung des Versenkantrages wird derzeit überprüft. Dem Düngemittelkonzern bleibt deshalb als einziger Entsorgungsweg für die Salzabwässer die Einleitung in die Werra. Wegen des derzeitigen Wasserstands sei aber eine Vollauslastung des Werks Werra nicht möglich, teilt K+S mit.

Das Regierungspräsidium Kassel arbeitet derzeit an der fachlichen Prüfung einer Übergangslösung, die eine Fortsetzung der Versenkung in wenigen Wochen ermöglichen könnte. „Fraglich ist allerdings, wie lange eine solche Übergangslösung dann reicht“, erklärt K+S-Sprecher Ulrich Göbel.

„Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist mehr als schlecht, es herrscht hier komplette Verunsicherung“, berichtet der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des K+S-Werkes Werra, Harald Döll. Eine derartige Situation habe es in der Geschichte von K+S noch nicht gegeben: „Wir tun alles, damit die Versenkerlaubnis verlängert werden kann.“

Immerhin konnten Betriebsrat und Konzerleitung eine Betriebsvereinbarung erzielen, sodass die Mitarbeiter zumindest vorerst keine materiellen Einbußen befürchten müssen, auch wenn sie nicht genug Überstunden oder Resturlaub zur Überbrückung des Produktionsstillstands haben.

In Merkers wurden unterdessen 150 Zeitarbeiter, die für K+S tätig waren, vorerst freigesetzt.

Von Kai A. Struthoff

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