Eva und Helmut Ruppel aus Gethsemane feiern heute ihre eiserne Hochzeit

Schlüssel verhalf zum Eheglück

Seit 65 Jahren verheiratet: Eva (Ilse) und Helmut Ruppel aus Gethsemane feiern heute ihre eiserne Hochzeit. Foto: nh

GETHSEMANE. Eva, genannt „Ilse“ und Helmut Ruppel sind heute seit genau 65 Jahren verheiratet. Was ist für eine gute und lange Ehe ausschlaggebend? „Wir sind nicht gleich weg gelaufen, wenn es mal nicht so rosig lief. Man muss auch in schweren Zeiten zusammen halten und immer aufeinander Rücksicht nehmen“, sagt Ilse Ruppel mit einem Lächeln auf den Lippen.

Die eiserne Hochzeit soll am Wochenende gefeiert werden. Dazu erwarten sie in ihrem Haus im Philippsthaler Ortsteil Gethsemane neben Gratulanten von Gemeinde und Kreis vor allem ihre Familie. Ihre beiden Kinder, sechs Enkel und sieben Urenkel, die zum Teil heute eigene Familien gegründet haben.

Kennengelernt haben sich die heute 83-jährige Ilse, die in Trusetal (Thüringen) geboren wurde und aufgewachsen ist, und Helmut, der heute außerdem seinen 87. Geburtstag feiert und seit seiner Geburt in Gethsemane wohnt, 1949 auf dem Sängerfest in Heringen. Hier hat der gelernte Schlosser seiner späteren Frau geholfen ihr festgebundenes Fahrrad zu befreien, nachdem der Schlüssel des Fahrradschlosses verloren gegangen war.

Nach Ilses Flucht aus der späteren DDR waren die ersten Jahre ihrer Beziehung stark durch die Nachkriegszeit geprägt. „Wir hatten es nicht immer leicht, in den Jahren nach dem Krieg hat es an fast Allem gefehlt. Trotzdem haben wir immer zusammen gehalten“, berichtet Ilse Ruppel heute ihren Enkeln, wenn sie nach den ersten Jahren mit „Opa Helmut“ gefragt wird.

Helmut Ruppel, der seit seinem 14. Lebensjahr im Kali-Werk in Hattorf gearbeitet hat und dort nach 45 Jahren Betriebszugehörigkeit als Meister in den Ruhestand gegangen ist, wurde kurz vor Kriegsende im Alter von 16 Jahren noch in den Kriegsdienst eingezogen. Zum Glück ging der zweite Weltkrieg zu diesem Zeitpunkt nur noch ein halbes Jahr und Helmut Ruppel konnte nach Kriegsende ohne einen Fronteinsatz auf dem Fahrrad nach Gethsemane zurückkehren kehren, bevor ihm vier Jahre später Ilse über den Weg lief, die als Haushaltshilfe in Gethsemane gearbeitet hat. Später war sie noch etwa 20 Jahre in der Bäckerei Gebauer in Röhrigshof tätig.

Heute leben die beiden immer noch in ihrem Haus in Gethsemane zusammen. „Auch wenn wir nicht mehr ganz so fit sind wie früher“, sagt Helmut Ruppel abschließend, „sind wir froh, dass wir bis heute hier noch so glücklich und vor allem gemeinsam leben dürfen.“ (red/jce)

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