Heringens Bürgermeister reagiert auf Anzeige durch Kommunalaufseherin Marianne Hühn

Ries greift Amtsvorgänger Roland Hühn an

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Hans Ries erhebt schwere Vorwürfe gegen einen seiner Amtsvorgänger.

Heringen. Heringens Bürgermeister Hans Ries hat offenbar auf die Anzeige gegen seine Person durch Kommunalaufseherin Marianne Hühn reagiert (wir berichteten). Das teilt er in einer Presseerklärung mit.

„Die Kommunalaufseherin hat über die Medien verkündet, dass sie mich bezüglich meiner Feststellungen zum Verhalten ihres Ehemannes und früheren Bürgermeisters in der Abwassersache Wölfershäuser Straße angezeigt habe“, so Ries.

Inzwischen habe er selbst einen Rechtsanwalt eingeschaltet und die Unterlagen angefordert.

„Wie sich nach einer kürzlichen Prüfung herausgestellt hat, wurden von Bürgermeister Roland Hühn mit den Aufsichtsbehörden des Landkreises 1986 Verhandlungen dahingehend geführt, die von K+S zweckgebunden gezahlten Mittel zur Behebung unter anderem auch dieses Problems nicht vertragsgemäß zum dringenden Bau eines Kanal-Trennsystems, sondern vom Vermögenshaushalt wieder zurück in den Verwaltungshaushalt zu buchen und zwar, so wörtlich, aus wahltaktischen Gründen“, führt Ries weiter aus.

Die Aufsichtsbehörden hätten dieses Vorgehen mehrfach schriftlich als rechtswidrig abgelehnt.

„Zur Prüfung der Jahresrechnung 1986 wurde jedoch vom Rechnungsprüfungsamt festgestellt, dass von der 1986 erfolgten Zahlung der K+S an die Stadt in Höhe von 1,15 Millionen D-Mark dennoch 900 000 DM umgebucht und demnach sachfremd verwendet wurden“, erklärt der Heringer Bürgermeister.

Die Zahlungen der K+S hätten eigentlich als Eigenmittel der Stadt zum Generieren des 88-prozentigen Landeszuschusses dienen sollen. Das Fördergeld sei für diesen Bereich somit nicht beantragt und die dringenden Baumaßnahmen auch nicht ausgeführt worden.

Somit dürfte der Stadt, nach Ansicht von Ries, neben dem Umweltaspekt ein Schaden von gut acht Millionen D-Mark entstanden sein.

„Ich gehe davon aus, dass die bitterbösen Angriffe der Kommunalaufseherin und heutigen Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Hühn einzig der Vertuschung dessen geschuldet sind, was ihr Ehemann damals angerichtet hat“, mutmaßt Ries.

Selbstverständlich werde er die entsprechenden Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen und habe zu seinen aktuellen Feststellungen den Landrat bereits vollumfänglich informiert. „Bemerkenswert ist, dass seinerzeit auch bezüglich der weiteren haarsträubenden Feststellungen in dem Bericht des Rechnungsprüfungsamtes keine Strafverfahren eingeleitet worden sind“, betont Ries.

Der Vorwurf der Kommunalaufseherin, dass er nicht mit der notwendigen Offenheit und Transparenz in dieser Sache gearbeitet habe, falle nun auf sie selbst zurück, denn sie sei im Amt Herrin über diese Unterlagen.

„Ob noch Schadenersatzansprüche möglich sind, werde ich prüfen lassen“, erklärt der Ries, der die Kanalerneuerung in der Wölfershäuser Straße zum vordringlichsten Projekt einer neuerlichen Amtszeit machen will. (rey)

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