Kritik an Internetausbau-Projekt des Landkreises

Ries: „Die kleineren Orte sind gekniffen“

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Heringen. Als Reaktion auf unsere Berichterstattung zum Ausbau des Internets und die Investitionen der Telekom in der Kreisstadt Bad Hersfeld schreibt Heringens Bürgermeister Hans Ries in einer Pressemitteilung: „Wir haben den Landrat mehrfach gewarnt, nämlich dass sein auf die viel zu lange Bank geschobenes Breitbandprojekt letztlich dazu führen wird, dass sich die Telekom die Rosinen herauspickt und es damit die wirtschaftliche Grundlage und folglich die Umsetzungsfähigkeit verliert.“

Gekniffen seien nun die kleineren Ortschaften, deren Anbindung nur durch die größeren Kommunen oder Stadtteile zu finanzieren wäre – also so, wie es in Heringen umgesetzt worden sei. „So viel Unvernunft und Naivität ist eigentlich unbegreiflich und so muss man annehmen, dass hier ganz gezielt gehandelt wurde“, unterstellt Ries in seiner Presseerklärung.

Katastrophale Folgen

Die Folgen seien katastrophal, weil damit die kleinen und wirtschaftlich nicht mehr erschließbaren Ortschaften zum Sterben verurteilt seien. „Man stelle sich vor, in Sachen Wasser und Stromversorgung wäre man vor über 100 Jahren im ländlichen Bereich ebenso vorgegangen – Welches kleine Dorf wäre dann heute noch bewohnt?“, fragt Ries. Genau das habe man in Heringen mit dem so heftig kritisierten Vorpreschen in Sachen Breitband vermeiden wollen – nicht zuletzt, weil das Nordhessenprojekt des Landrates zu Lasten der dortigen Immobilienbesitzer eine radikale Kapitalvernichtung dargestellt hätte.

Zum Scheitern verurteilt

„Umso bemerkenswerter ist ein Brief des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vom 31. Oktober 2013, in dem er uns zu überreden sucht, unseren eigenen Weg nicht weiter zu verfolgen, sondern uns an das, wie es nun aussieht, zum Scheitern verurteilte Nordhessenprojekt anzuschließen“, erklärt Ries. Nun passe auch der Abzug so vieler Institutionen aus der Region in den bevorzugten Süden ins Gesamtbild dieser verantwortlichen politischen Akteure, findet das Heringer Stadtoberhaupt. (red/pgo)

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