Neuordnung der Fraktion im Stadtparlament nach Austritt von sechs Parlamentsmitgliedern

Mötzing ist neuer WGH-Sprecher

Fritz Walter

Heringen. Die Wählergemeinschaft Heringen will wieder zurück zu ihren ursprünglichen Wurzeln. Nachdem mittlerweile sechs Mitglieder, die weiterhin im Stadtparlament vertreten sind, der Gruppierung den Rücken kehrten, möchte der neue WGH-Vorsitzende Hagen Hildwein, der auch im Magistrat sitzt, das kommunalpolitische Augenmerk wieder mehr auf das Wohl der Bürger der Werrastadt legen.

„Persönliche Dinge werden bei uns künftig aus der Stadtpolitik herausgehalten. Nach eigenen Vorteilen streben, das wird es mit mir nicht mehr geben“, erklärt Hildwein und erntet Kopfnicken von seinem Vorgänger Fritz Walter, der aus persönlichen Gründen den Vorsitz niederlegte und in der WGH noch einen Beisitzerposten bekleidet. Auch Fritz Walter ist wie Hildwein Stadtrat.

Abtrünnige sind kein Verlust

Wie sich die sechs WGH-Abtrünnigen, die im Stadtparlament künftig als Fraktion Unabhängige Liste vertreten sind, verhalten werden, ist Hildwein zunächst einmal egal. Sollte es von deren Seite jedoch vernünftige Anträge geben, werde die WGH sich diesen Vorschlägen sicher nicht verschließen. „Es geht um die Sache und um die Bürger. Da muss jedes Parlamentsmitglied für sich die richtigen Schlüsse ziehen. Auch Anträge anderer Kommunalpolitiker müssen nicht schlecht sein“, merkt Hildwein an. Nur Klüngelei werde es künftig mit der WGH nicht mehr geben. Und auch keine Schnellschüsse einzelner Fraktionsmitglieder.

„Das hat unser ehemaliger Fraktionssprecher Peter Stötter immer wieder gut hinbekommen. Er trug Anträge vor, die vorher so von der Fraktion nie abgesegnet worden waren. Künftig werden nur noch Anträge im Stadtparlament vorgetragen, die vorher auch mit der Fraktion so besprochen worden sind. Wie sich die einzelnen Fraktionsmitglieder dann bei der Abstimmung verhalten, ist eine andere Geschichte. Fraktionszwang gibt es keinen“, merkt der neue WGH-Vorsitzende an.

Die jetzt nur noch acht Mitglieder starke Fraktion der WGH im Stadtparlament führt Thomas Mötzing als deren Sprecher. Sein Stellvertreter ist Oliver Kühnel.

In Sachen Stadtpolitik möchte die WGH mit der Ausweisung des schon einmal gescheiterten Gewerbegebiets Kleinensee eine Duftmarke setzen. „Wir werden mit aller Macht um die Mehrheitsfindung kämpfen, denn nur ein Gewerbegebiet auf diesem Grund und Boden hat Zukunft“, erklären Walter und Hildwein unisono.

Das Heringer Stadtparlament mit seinen 31 Vertretern wird zur Sitzung am 23. Mai erstmals in neuer Besetzung zusammentreten. Die SPD verfügt dann über elf Sitze und stellt die stärkste Fraktion. Es folgt die WGH mit acht Vertretern. Die neue Unabhängige Liste, angeführt vom ehemaligen WGH-Sprecher Peter Stötter, verfügt ebenso wie die CDU über sechs Stadtverordnete.

Ausschüsse verändern

Über die neue Zusammensetzung der Ausschüsse ist noch nichts entschieden. „Aber auch dort muss es nach den aktuellen politischen Geschehnissen zwingend Veränderungen geben“, erklärt Hildwein.

Von Mario Reymond

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