Geplante Flughöhenbegrenzung würde Vereine ins Mark treffen

Modellflieger im Kreis bangen um ihren Sport

Heringen/Kassel. Das Fliegen mit Flugzeugmodellen erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Und das nicht zuletzt durch den Vertrieb von Drohnen und Multikoptern für den privaten Gebrauch. Doch ein neues Gesetz könnte den Modellflug jetzt in seiner Existenz bedrohen und gerade die Vereine vor erhebliche Probleme stellen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will die luftrechtlichen Bestimmungen novellieren und eine generelle Flughöhenbegrenzung von hundert Metern für Modellflieger und ferngesteuerte Multikopter vorschreiben. Vom Bundesverkehrsministerium heißt es zwar, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Gesetzesentwurf würden derzeit noch erarbeitet, doch schon jetzt rechnen Hobby-Flieger mit dem Schlimmsten.

„Das wäre der Tod für die Modellfliegerei“, sagt Martin Ernst, Vorsitzender des Heringer Modellflug-Sportclubs (MFSC). Auch der Präsident des Deutschen Modellflugverbandes (DMFW), Hans Schwägerl, prognostiziert: „Das wäre das Aus für 80 Prozent unserer 86 000 Mitglieder.“ Die Gesetzesnovelle würde den klassischen Modellflug „voll und ganz treffen“. Um im Aufwind zu fliegen, benötigten die kleinen Flugobjekte eine Flughöhe von mindestens 600 Metern.

Während seiner Mitgliederversammlung in Kassel hat der DMFV jetzt mit der Initiative „Pro Modellflug - Hände weg von meinem Hobby“ eine Protestkampagne und Unterschriftenaktion gestartet. Auch Martin Ernst und der MFSC wollen sich an der Aktion beteiligen.

Der DMFV wehrt sich gegen den Vorwurf, der Modellflug gefährde die zivile Luftfahrt. Nach der Gesetzesnovelle soll es künftig auch verboten sein, dass Drohnen und Multikopter, die schwerer als 500 Gramm sind oder an denen eine Kamera angebracht ist, über Wohngebiete fliegen.

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Von Maik Dessauer und Christina Hein

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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