Kandidat: Björn Schäfer möchte als Heringer Bürgermeister die Außendarstellung verbessern

Der Mann des Ausgleichs

Der Monte Kali ist das Wahrzeichen Heringens. Mit ihm im Hintergrund hat sich Bürgermeisterkandidat Björn Schäfer gerne ablichten lassen. Foto: nh

Bad Hersfeld. „Heringen, das ist doch die Stadt, wo sich alle streiten!“ Das hört Bürgermeisterkandidat Björn Schäfer immer dann, wenn er sich bei landesweiten Fortbildungen den jeweiligen Seminarteilnehmern vorstellt.

Diesen Ausspruch kann er schon lange nicht mehr hören. Er möchte, dass die Außendarstellung Heringens besser wird. Das treibt ihn an und hat ihn letztlich auch zur Kandidatur in der Stadt bewogen, in der er aufgewachsen ist.

Völlig isoliert

„Heringen ist doch im Landkreis völlig isoliert. Das sieht man daran, dass alle anderen Kommunen in der unmittelbaren Nachbarschaft in vielen Bereichen interkommunal zusammenarbeiten. Uns fragt keiner. Das muss sich ändern.“

Auch wenn Schäfer heute in Rotenburg arbeitet und in Gerstungen lebt, hat er den Kontakt in seine Heimat nie verloren. „Ich bin sehr oft in Heringen. Dort lebt meine ganze Familie. Deshalb liegt mir diese Stadt auch so am Herzen.“

Als Bürgermeister möchte Schäfer den Dialog mit den Fraktionen, dem Magistrat und der Verwaltung suchen. Schon im Vorfeld von Sitzungen müssten die Fraktionsvorsitzenden über die anstehenden Themen unterrichtet sein. Dies bezeichnet er als Offenheit. „Dabei soll durchaus kontrovers diskutiert werden. Auf dem Weg zu einer Entscheidung darf dabei aber nicht der Weg der Sachlichkeit verlassen werden“, sagt Schäfer.

Was auf der einen Seite für die Stadtpolitik gelte, müsse sich auch in der Arbeit des Bürgermeisters mit und für die Menschen niederschlagen. „Die Zufriedenheit der Bürger ist ganz wichtig. So müssen wir den vielen alten Menschen das Leben in Heringen lebenswert gestalten. Beispielsweise durch das Angebot eines Bürgerbusses so wie in Kirchheim.“ Auch einen Seniorenbeirat möchte Schäfer einrichten, dem jeweils zwei Personen aus allen Stadtteilen angehören sollten. Ihre Ideen und Vorschläge müssten dann bei den Entscheidungen im Stadtparlament berücksichtigt werden.

Viele Anziehungspunkte

Überhaupt müsse sich die Stadt mit ihren vielen Attraktivitäten nicht verstecken. „Alleine das kombinierte Hallen- und Freibad sowie der Monte Kali als Wahrzeichen sind Anziehungspunkte und sollen es auch bleiben.“

Damit Heringen in Zukunft auch politisch wieder für positive Schlagzeilen sorgen kann, sieht es Schäfer als seine Hauptaufgabe an, die Blockade innerhalb des Stadtparlaments aufzubrechen. „Das könnte mir gelingen, da ich unabhängig bin und keiner Partei gegenüber Rechenschaft ablegen muss.“

Weiterführen möchte Schäfer auf jeden Fall die Sanierung der Straßen und der Kanäle. „Das ist in der Vergangenheit sehr positiv gelaufen.“ Und Raum für neues Gewerbe müsse gefunden werden – vielleicht auch im Zuge interkommunaler Zusammenarbeit, da es in Heringen selbst kaum noch geeignete Flächen gebe.

Von Mario Reymond

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