Düngemittelhersteller K+S hofft auf Übergangserlaubnis zur Verpressung

Laugenversenkung: Kumpel an der Werra müssen weiter bangen

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Hersfeld-Rotenburg. Eine Übergangserlaubnis zur Versenkung salzhaltiger Kaliabwässer wird offenbar wahrscheinlicher. Das ist die übereinstimmende Einschätzung nach der Sitzung des Umweltausschusses im Hessischen Landtag am Donnerstag.

„Es ist im Interesse aller Beteiligten, dass es zu einer Übergangslösung kommt“, erklärt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Die eigentliche Entscheidung liege aber beim Regierungspräsidium in Kassel. Dort erfolgt derzeit die fachliche Prüfung. Im Kali-Revier hofft man auf eine Entscheidung noch vor Weihnachten. Entgegen erster Ankündigungen konnte in Unterbreizbach die Produktion noch aufrechterhalten werden. In Hattorf ruht die Arbeit. Ab Freitag soll dort die Bittersalzproduktion wieder angefahren werden. Dennoch sind weiterhin rund 900 Kumpel im Zwangsurlaub.

„Wir fahren jeden Tag auf Sicht“, beschreibt K+S-Sprecher Ulrich Göbel die gegenwärtige Situation im Verbundwerk. Alles hänge am Wasserstand von Werra und der Ulster als Zufluss ab. Die Werra ist derzeit der einzige Entsorgungsweg. Deshalb sei die Verlängerung der Versenkerlaubnis so wichtig. „Alle sind guten Willens, aber jetzt müssen Taten folgen“, sagt Göbel.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke, der an der Sitzung des Umweltausschusses teilgenommen hat, zeigt sich vorsichtig optimistisch. Entwarnung gebe es aber erst, wenn alle Kumpel wieder arbeiten können. Dennoch sei allen politischen Kräften der Ernst der Lage bewusst. Derzeit versuche ein Mediator, offen Fragen zum 3-D-Versenkmodell von K+S mit dem Konzern und dem Regierungspräsidium zu klären. Warnecke trat Vorwürfen entgegen, K+S hätte mit der Produktionsdrosselung Erpressung ausgeübt. Die Anhörung habe ergeben, dass die teilweise Werksstillegung nötig war.

Unterdessen wurde ein neuer Masterplan zur Salzreduzierung vorgelegt.

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