Heimische Politiker sehen Übernahmeangebot kritisch

K+S-Mitarbeiter hoffen auf ein gutes Ende

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Hersfeld-Rotenburg. An den drei K+S-Standorten Hattorf, Wintershall und Unterbreizbach ist nach dem Übernahmeangebot durch den kanadischen Kaliproduzenten Potash Corporation of Saskatchewan (PCS) keinerlei Unruhe zu verspüren. Alles geht seinen gewohnten Gang.

Das bekräftigte gestern auch der Vorstandschef des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S, Norbert Steiner, gegenüber unserer Zeitung. Man werde das Angebot des kanadischen Konkurrenten PCS prüfen. Eine Entscheidung über dessen Annahme gebe es aber noch nicht, sagte er. „Ansonsten machen wir unsere Arbeit wie bisher“, sagte Steiner. Die heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) und Helmut Heiderich (CDU) sowie der Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke sehen den Vorstoß der Kanadier jedoch kritisch.

Innerhalb der Belegschaft wird über das 7,7- Milliarden-Euro-Angebot der Kanadier gesprochen. Es beinhaltet die vollständige Übernahme von K+S für 40 Euro je Aktie. „Diese Situation hatten wir schon einmal. Das hat sich 1997 zerschlagen, und so wird es auch diesmal kommen“, ist sich ein Kumpel an der Schachtanlage Hera sicher, der wie seine Kollegen nicht namentlich genannt werden will. Auch am Standort Wintershall geht ein Kollege davon aus, dass sich „alles zu unseren Gunsten abspielen wird.“ Dennoch könne man aktuell noch nicht sagen, wohin sich die Angelegenheit entwickelt: „Der Kapitalismus hat seine eigenen Gesetze, und die lassen sich von uns nicht immer nachvollziehen.“

Einer seiner Kollegen möchte die Politik in die Pflicht nehmen. „Die Politiker müssen sich jetzt für uns stark machen, sonst sieht es schlecht aus.“ Bei einer Übernahme durch PCS befürchtet er auf längere Sicht den Abbau vieler Arbeitsplätze.

Ein Auszubildender beschreibt seine Stimmungslage mit „bitter bis süß“, weil die Ungewissheit die einzige Konstante sei.

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