Ries will Parlament von Ausziehgleis überzeugen

Neuer Anlauf für Eröffnung der Kraftwerkstraße

Heringen. Heringens Bürgemreister Hans Ries will im Stadtparlament einen erneuten Anlauf für die Eröffnung der Umgehungsstraße zum Heringer Müllheizkraftwerk nehmen.

Die Strecke, auf der der Lieferverkehr zum Müllofen die Wölfershäuer Straße umgehen soll, ist seit geraumer Zeit fertiggestellt, allerdings noch immer nicht eröffnet. Grund dafür sind Fehler bei der Planung des neuen Bahnübergangs, der bei den derzeitigen Gegebenheiten ständig durch Ganz-Züge blockiert würde.

Die Bahn habe ausdrücklich festgestellt, dass der Planungsfehler nicht bei der Stadt Heringen liege, schreibt Ries in einer Pressemitteilung. Dabei beruft sich der Rathauschef auf ein Schreiben der Konzerntochter DB Netz an die Stadt, das nach einem Treffen aller beteiligten Institutionen verschickt wurde. Wörtlich heißt es darin: „Dieser Umbau wäre erforderlich, weil im Bereich der Planerstellung, Planprüfung und Planfreigabe für die errichtete Schranke Fehler von mehreren externen Beteiligten gemacht wurden, die weder die Stadt, noch die Bahn zu verantworten haben“.

Die Bahn habe demnach vorgeschlagen, die Schranken durch einen Austausch der Sicherungstechnik in Betrieb zu nehmen. Das Unternehmen sei bereit, die Kosten dafür zu übernehmen, heißt es in dem Schreiben weiter. Das scheitere allerdings daran, dass K+S bei dieser kleinen Lösung die derzeitige Rangiertechnologie nicht mehr einsetzen könne. Zudem wäre das Problem der längeren Schrankenschließzeiten damit nicht gelöst. Dafür müsste zusätzlich auch ein Ausziehgleis in Richtung Wölfershausen verlängert werden. Der städtische Anteil daran würde etwa 150 000 Euro betragen (unsere Zeitung berichtete). Bürgermeister Hans Ries argumentiert, dass diese Kosten auch dann angefallen wären, wenn der Bahnübergang von Anfang an richtig gebaut worden wäre. Die Stadtverordneten hatten bislang jedoch den Standpunkt vertreten, nicht für Fehler haften zu wollen, die von Dritten verschuldet wurden.

Sollte die Stadtverordnetenversammlung den Bau weiter verhindern, fürchtet Ries, dass die Stadt zwei Millionen Euro an die Kraftwerksbetreiber zurückbezahlen muss. „Mit dieser Summe hat sich Eon seinerzeit an dem Straßenprojekt beteiligt und die Stadtverordneten haben diesen Vertrag auch einstimmig beschlossen“, argumentiert der Bürgermeister. (jce)

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