Intime Nähe beim Konzert mit Harfe und Gesang im evangelischen Gemeindehaus in Philippsthal

Klangerlebnis mit aktuellem Thema

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.Harfenkonzert in Philippsthal mit Julia Pritz (Harfe) und Alena Maria Stolle (Gesang).

Philippsthal. Während draußen der Winter Einzug hielt, konnte das Publikum im evangelischen Gemeindehaus in Philippsthal in heimeliger Runde einem wunderbaren Konzert mit Harfe (Julia Pritz) und Gesang (Alena Maria Stolle) lauschen.

Die Örtlichkeit erlaubte dabei eine fast intime Nähe zu dem beeindruckenden Saiteninstrument, dem die Harfinistin besonders harmonische Klänge entlockte. Die Zuhörer konnten direkt die Technik des Harfenspiels mitverfolgen und beobachteten, wie die Musikerin die Saiten mit den Fingerkuppen beider Hände anzupfte und die sieben Pedale betätigte.

Dass diese bei der im frühen 18. Jahrhundert entwickelten Ausprägung der Pedal- oder auch Konzertharfe dazu dienen, alle gleichnamigen Töne um je einen Halbton zu erhöhen, erklärte Pritz einigen Interessierten im Anschluss.

Die beiden Künstlerinnen präsentierten ein abwechslungsreiches Konzert, das aus mehreren Themenblöcken bestand. Der erste von Mozarts berühmten „Laudate Dominum“ eingeleitete Teil befasste sich thematisch noch mit der Weihnachtszeit und enthielt mit dem „Mariä Wiegenlied“ eine Referenz an den Komponisten“ Max Reger, dessen 100. Todestag dieses Jahr begangen wird.

Es folgte in den Werken von Franz Schubert, Benjamin Britten, Robert Schumann eine Auseinandersetzung mit Jahres- und Tageszeiten. Wie im gesamten Konzert faszinierte Alena Maria Stolle mit ihrem ausdrucksstarken, stimmgewaltigen und nicht zuletzt auch vielsprachigen Gesang, der auch dunkle Stimmungen der Nacht oder des Todes lautmalerisch eindrucksvoll lebendig erscheinen ließ. Perfekt darauf abgestimmt war das Harfenspiel von Julia Pritz, die außerdem mit den beiden Solo-Harfenstücken „Ballade“ von Alfonse Hasselmans und „Danses d’automne“ Nr. 5 von Bernard Andrès beeindruckte.

Im letzten Themenblock brachten die beiden Musikerinnen Arien bekannter Opern von Händel und Tschaikowsky, die sich nach anfänglich abermals schwermütiger Stimmung allmählich bei Edward Griegs „Peer Gynt“ dem Thema Liebe und Treue und bei Bellinis „Angiol di pace“ aus der Oper „Beatrice di Tenda“ dem Thema Frieden zuwandte. Damit endete ein wundervolles Konzerterlebnis mit einem aktuellen Thema. (fin)

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