Der gebürtige Hünfelder Andreas Bieber ist der neue katholische Pfarrer von Heringen

Kirche der Zukunft gestalten

Andreas Bieber (42) ist der neue Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Robert in Heringen. Der gebürtige Hünfelder ist zuständig für die Betreuung von etwa 1200 Gläubigen im Ostteil des Landkreises. Foto: Reymond

Heringen. Die katholische Kirchengemeinde St. Robert in Heringen hat mit Andreas Bieber einen neuen Pfarrer. Der 42-Jährige kümmert sich an seiner ersten Pfarrstelle nun um etwa 1200 Gläubige in Heringen sowie den Filialorten Friedewald, Philippsthal und Herfa. Bieber ist damit zuständig für die Gläubigen in den Kirchorten und den jeweils dazugehörigen Ortschaften.

In Zeiten vieler Kirchenaustritte möchte Bieber zunächst einmal das bestehende Angebot erhalten. Er strebt keine großen Experimente an, um so eventuell wieder mehr Gläubige in seine Kirche zu bekommen. Allerdings werde er der Ökumene einen breiteren Raum einräumen müssen, als dies in katholischen Hochburgen wie Flieden und Fulda der Fall gewesen ist.

Erfahrungen sammeln

In der protestantisch geprägteren Region um Heringen wolle er nun seine ganz eigenen Erfahrungen im Bereich der Ökumene, also in der Zusammenarbeit mit der protestantischen Kirche, sammeln. Das werde eine interessante und reizvolle Aufgabe, glaubt Bieber.

Und dabei hat er sich viel vorgenommen, denn aktuell verändere sich die äußere Form der Kirche. Dieser Prozess gehe rasend schnell. Die Glaubensvermittlung in den Familien sei nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Die Gemeinde und die Kirchenleitungen stünden jetzt vor den Problemen. „Purer Aktionismus wird aber nichts verändern. Jetzt müssen wir gemeinsam mit den Menschen nach der Kirche der Zukunft und deren Gestaltung suchen“, erklärt Bieber. Vielleicht müsse sich Kirche von ihrer aktuellen Größe verabschieden und wieder den Weg hin zu kleineren Gemeinschaften einschlagen. „Auch wenn Wachstum immer besser ist als das Schrumpfen“, führt der neue katholische Pfarrer Heringens aus.

Auf jeden Fall werde es schwierig, den aktuellen Status der Volkskirche aufrechtzuerhalten. „Daran ändert auch ein sympathischer Papst nichts“, sagt Bieber, der selbst erst über Umwege zu seiner heutigen Berufung gelangte.

Abitur in Hünfeld

Nach dem Abitur an der Hünfelder Wigbertschule und einem abgebrochenen Studium der Rechtswissenschaften in Gießen begann er als „Spätantwortender“ sein Theologie-Studium in Fulda und Mainz. 2009 schloss er es als Diplom-Theologe ab. Seine ersten Erfahrungen in der Pastoral sammelte Bieber als Diakon am Petersberg bei Fulda. Den priesterlichen Dienst als Kap-lan versah er zunächst in der Pfarrei St. Goar in Flieden und den Filialen, dann führte ihn sein Weg nach Hanau in die beiden Stadtpfarreien Mariäe Namen und St. Josef. Seit August ist er nun als Nachfolger von Samu Rapu an seiner ersten Pfarrstelle in Heringen.

In seiner Freizeit hört Bieber gerne Blues- und Rockmusik. Außerdem ist er begeisterter Hobbygärtner. (rey)

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