Stadtverordnete sprechen sich mehrheitlich gegen Gewerbeflächen in Kleinensee aus

Industriegebiet ist gestorben

Heringen. Schon einmal hatte sich das Heringer Stadtparlament gegen die Ausweisung eines Industriegebiets in Kleinensee ausgesprochen. In der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend im Heringer Bürgerhaus unternahm Bürgermeister Hans Ries abermals einen Vorstoß, um neue Gewerbeflächen in dem Stadtteil hinzubekommen.

„Wir haben keinen andere Möglichkeit, Flächen auszuweisen. Wenn sie jetzt nein sagen, müssen wir mit dem zufrieden sein, was wir hier in Heringen bisher angesiedelt haben. Wir können also nur auf weitere 40 Jahre auf Kali und Salz hoffen“, erklärte Ries den Stadtverordneten.

Dem entgegnete Hans-Jürgen Fischer (SPD), dass es in Kleinensee an der nötigen Verkehrsinfrastruktur fehle, um dort große Industrieflächen bereitzustellen. „Wir sollten lieber kleine Brötchen backen und unsere vorhandenen Kleinflächen mit Leben füllen“, führte der Sozialdemokrat weiter aus.

Bürgerinformation

Ende Mai hatte es in Kleinensee eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Industriegebiet gegeben. Dabei sei das Gros der Zuhörer ebenfalls gegen ein Gewerbegebiet gewesen. Und auch bei einer Abstimmung im vergangenen Jahr habe sich mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Bürger von Kleinensee gegen Industrieflächen vor der eigenen Haustür ausgesprochen.

„Ich dachte eigentlich, Sie hätten etwas gelernt, nachdem wir Ihnen 25 000 Euro, die für das Industriegebiet vorgesehen waren, aus dem aktuellen Haushalt gestrichen haben“, merkte Eckhard Bock (CDU) an. In den vergangenen zehn Jahren sei es dem Bürgermeister nicht gelungen, auch nur einen einzigen Arbeitsplatz nach Heringen zu bekommen. Nur die umstrittene Müllbude sei gekommen. „Wir sind unattraktiver als Friedewald, Philippsthal und auch Wildeck. Unsere Zukunft haben wir uns in den vergangenen Jahren restlos verbaut“, glaubt der Christdemokrat. Das von Ries gewünschte Industriegebiet Kleinensee schmetterten die Stadtverordneten mit 14 Nein- und vier Ja-Stimmen bei einer Enthaltung ab. Von seinem Platz auf der Magistratsbank aus kommentierte Bürgermeister Hans Ries dieses Abstimmungsergebnis lautstark mit dem Hinweis: „Das ist ein Signal für die Kommunalwahl!“

Bürgermeisterwahl terminiert

Diese findet übrigens am 6. März kommenden Jahres statt. An diesem Tag wollen die Heringer auch einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen. Eine eventuell notwendige Bürgermeister-Stichwahl wurde von den Stadtverordneten ebenso einstimmig auf den 20. März 2016 terminiert.

Von Mario Reymond

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