OLG Frankfurt setzt der Stadt Heringen und dem Architekturbüro Frist bis 29. April

Badstreit in der Werrastadt: Neues Gutachten liegt vor

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Heringen. Die leidige Geschichte um das alte Heringer Hallenbad neben der Werratalschule geht weiter. Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) hat in dieser Angelegenheit abermals ein Gutachten beauftragt.

Das Ergebnis liegt nun seit dem 29. Februar vor. In einem Schreiben des OLG wird die Stadt aufgefordert, eine Stellungnahme zu diesem Gutachten abzugeben. Der vom Gericht festgesetzte letztmögliche Termin ist der 29. April. Ursprünglich hatte im Jahre 2001 ein Statiker wohl erklärt, dass eine Sanierung des Bades nicht möglich sei. Die Planer jedoch waren anderer Meinung und die Stadt investierte 1,2 Millionen Euro in die Sanierung. Danach sollte das Bad für mindestens weitere 15 Jahre nutzbar sein.

Aus Sicherheitsgründen musste das Bad dann am 13. Mai 2007 von der Stadt geschlossen werden und der Prozess gegen das Architekturbüro wurde angestrengt. Seit dieser Zeit zanken sich die politisch Verantwortlichen in Heringen darum, ob letzte Schritt nun richtig oder falsch gewesen ist.

Einen ersten Prozess hatte die Stadt als Klägerin gegen das Architekturbüro verloren. Daraufhin setzte die Stadt ihre Bemühungen um das Recht in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht fort. Dort wurde beiden Parteien im Jahre 2011 ein Vergleichsvorschlag unterbreitet, den das Architekturbüro ablehnte.

Abermals wurde vom OLG ein Vergleich angestrengt, den die Stadtverordnetenversammlung am 17. Januar 2013 wiederum annahm. Dieser Vergleich sah eine Zahlung der Architekten in Höhe von 375 000 Euro an die Stadt vor. Abzüglich sämtlicher Gerichts- und Gutachterkosten wäre nach Angaben des Bürgermeisters ein Nettogewinn von etwa 175 000 Euro herausgekommen. Damals hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Roth gesagt: „Wir sollten uns für den Spatz in der Hand entscheiden. Die Taube fliegt uns womöglich davon.“

Doch auch diesen Vorschlag akzeptierten die Rechtsvertreter des Architekturbüros nicht. Daraufhin wurde das nun vorliegende Gutachten vom OLG in Auftrag gegeben. Darin sieht sich nun Bürgermeister Hans Ries vollumfänglich bestätigt. Danach sei die zu hohe Chloridbelastung im Beton ausschlaggebend für die Baufälligkeit. Auch der als Zuschlagsstoff verwendete Werrakies sei bereits chloridbelastet und somit eigentlich nicht verwendbar gewesen.

Ende 2010 wurde neben dem Freibad ein neues Hallenbad eröffnet. Die beiden Badebereiche tragen seitdem die Bezeichnung Ganzjahresbad.

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