Haus mit Laden und Garage für 7500 Euro: Philippsthaler Immobilie wurde versteigert

Ein Schnäppchen: Für 7500 Euro wurde das Wohn- und Geschäftshaus Rathausstraße 19 in Philippsthal versteigert. Foto: roda

Bad Hersfeld/Philippsthal. Von außen macht das Haus an der Philippsthaler Rathausstraße keinen schlechten Eindruck. Gut, die Eternit-Platten über dem Fachwerk sind Geschmackssache, die braunen Klinker im Erdgeschoss sicher auch. Aber Haus Nr. 19 ist groß, hat Platz für einen oder zwei Läden und eine Garage. Und die Lage in der Philippsthaler Ortsmitte – da gibt es Schlechteres.

Doch schon der Verkehrswert, den Rechtspfleger Matthias Wernber beim Zwangsversteigerungstermin im Bad Hersfelder Amtsgericht nennt, lässt aufhorchen: Gerade einmal 20 000 Euro soll die auf 338 Quadratmetern erbaute Immobilie noch wert sein – und das bei einer eingetragenen Grundschuld von 107 000 Euro. Von einem erheblichen Renovierungs- und Sanierungsstau ist die Rede, als das Gutachten des Architekten Volker Dietz zitiert wird. Doch der Verkehrswert ist dann auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten. Weil bei einem früheren Versteigerungstermin der Fünf-Zehntel-Wert als Mindestgebot nicht erreicht worden war, hat diese Grenze nun keinen Bestand mehr.

Die Bietsstunde im Amtsgericht, die in Wirklichkeit nur 30 Minuten dauert, ist zu zwei Dritteln abgelaufen, als sich ein Interessent bei Matthias Werner meldet und ein Gebot von 7500 Euro abgibt.

7500 Euro für ein ganzes Haus – das kann nicht das letzte Wort sein. Ist es aber. Mehr bietet keiner, und nach dreimaligem Aufruf wird der Zuschlag erteilt. Weil das Gebot unter 10 000 Euro lag, gibt es allerdings noch einen Verkündungstermin in zwei Wochen, und bis zur Rechtskraft dauert es dann auch noch eine Weile.

Der neue Eingentümer ist ein Schnäppchenjäger: Ein Geschäftsmann aus Bad Hersfeld, der Immobilien erwirbt und dann wieder verkauft. Konkrete Pläne hat er nicht.

Von Karl Schönholtz

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