Betriebsrat und Landräte bangen um 4400 Kali-Jobs im Werratal

Ohne Versenkung hat K+S nur noch Wochen

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Sie sorgen sich um K+S im Werratal: Die Landräte Dr. Michael Koch und Reinhard Krebs, die Betriebsräte Stefan Böck und André Bahn und Werksleiter Rainer Gerling (von links). Unser Bild zeigt sie am Donnerstagnachmittag vor dem Förderturm im Werk Hattorf.

Hersfeld-Rotenburg. Der Betriebsrat von K+S hat zurzeit große Sorgen um den Erhalt der Arbeitsplätze von rund 4400 Kumpeln im Werratal. Grund dafür ist das derzeit laufenden Genehmigungsverfahren für die Verlängerung der Versenkerlaubnis.

Das Kali-Werk an der Werra müsste schon in wenigen Wochen die Produktion einstellen, wenn die Versenkerlaubnis für salzhaltige Produktionsabwässer nicht über den 30. November hinaus verlängert wird. „Wir wollen keine Panik machen, aber wir sorgen uns um die 4400 Arbeitsplätze im Werratal“, erklärten die beiden Betriebsräte Stefan Böck und André Bahn gestern bei einer Pressekonferenz am Standort Hattorf Man wolle daher bei der Politik „für die Arbeitsplätze, die Mitarbeiter und eine Entscheidung mit Augenmaß werben“, sagte Böck.

 Aber nicht nur die Verlängerung der Vesenkerlaubnis (wir berichten), sondern auch der Entwurf für einen neuen Bewirtschaftungsplan für die Weser, der neue Chloridwerte für den Fluss festschreiben soll, beunruhigt die Gewerkschafter. Rückendeckung erhält K+S von den Landräten von Hersfeld-Rotenburg und des Wartburgkreises, Dr. Michael Koch und Reinhard Krebs, die auch an der Pressekonferenz teilnahmen. „Die Sorge um die Arbeitsplätze eint uns über die Landesgrenze hinaus“, sagte Koch. Gleichwohl betonte er, dass es klare gesetzliche Voraussetzungen für die Versenkerlaubnis gebe und die Politik diesen verwaltungsrechtlichen Weg nicht beeinflussen könne. Sein Amtskollege Krebs erklärte, auch er teile die Sorge um die Arbeitsplätze, er respektiere aber auch den Kampf um die Qualität des Trinkwassers. 

Zugleich würdigte er die Bemühungen von K+S um eine Verringerung der Umweltbelastungen. Er plädierte bei aller Emotion zu „Sachlichkeit und Ehrlichkeit“. K+S-Werksleiter Rainer Gerling betonte die Notwendigkeit der Laugenversenkung bis eine Salzleitung zur Oberweser fertiggestellt ist. Ohne diese Erlaubnis könnte die Produktion nur noch wenige Wochen aufrechterhalten werden. Er sei aber zuversichtlich, dass K+S alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen werde.

Auch der IHK-Regionalausschuss hat jetzt für eine Verlängerung der Versenkerlaubnis plädiert. Mehr darüber lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Hersfelder Zeitung.

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