Landkreis hat in Wölfershausen vier Wohnungen angemietet – Bürger wurden informiert

30 Flüchtlinge integrieren

In diesem Komplex am Ortsrand von Wölfershausen hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg vier jeweils 100 Quadratmeter große Wohnungen angemietet, um dort demnächst bis zu 30 Flüchtlinge unterzubringen. Foto: Reymond

Heringen. Für etwa 500 Flüchtlinge benötigt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg im zweiten Halbjahr Wohnraum. Davon geht Frank Hildebrand, Leiter des Fachdiensts Migration und Integration beim Landkreis aus. Es könnten aber auch deutlich mehr sein, denn derzeit platze das Erstaufnahmelager in Gießen aus allen Nähten. Bis zu 7000 Flüchtlinge zumeist aus afrikanischen Ländern sollen sich dort derzeit aufhalten.

In der Rotenburger Alheimer-Kaserne wird aktuell ein weiteres Erstaufnahmelager eingerichtet. Eigentlich sollte es dort erst im Januar losgehen. Da das Land jedoch zahlreiche Flüchtlinge unterzubringen hat, ziehen bereits am 1. August 600 Menschen ein. Diese Zahl soll dann auf bis zu 900 ansteigen.

Aktuell 54 Wohnungen

Wenn die Flüchtlinge das Erstaufnahmelager verlassen, muss ihnen der Fachdienst Migration Wohnungen anbieten können. Insgesamt 54 davon gibt es im Landkreis bereits. Für die Betreuung der dort lebenden Menschen stehen acht Betreuer fest zur Verfügung. Eigentlich zu wenig, um den Flüchtlingen beim Start in ein neues Leben zu helfen.

Auch in Wölfershausen hat der Landkreis nun vier Wohnungen angemietet, um dort bis zu 30 Flüchtlinge unterzubringen und langfristig zu integrieren. Diese sollen voraussichtlich im August einziehen. Mit einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen würde der Fachdienst die Stadtverwaltung und die Bürger von Wölfershausen gerne über den exakten Termin unterrichten, jedoch könne das alles sehr schnell über den Haufen geworfen werden, wenn der Zustrom von Flüchtlingen weiter so stark anhalte und die Frauen und Männer vom Amt zügig handeln müssten, erklärte Hildebrand.

Etwa 75 interessierte Wölfershäuser wurden am Mittwochabend während einer Bürgerversammlung über den Wohnraum für Flüchtlinge in ihrem Ort in Kenntnis gesetzt. Dabei gab es natürlich auch kritische Stimmen. So sei Wölfershausen infrastrukturtechnisch überhaupt nicht geeignet, für immobile Flüchtlinge. „Hier gibt es nichts. Kein Geschäft. Einfach nichts“, sagte ein Bürger. Diese Problematik sei bekannt, entgegnete Hildebrand. Der Kreis habe einen Neunsitzer, mit dem die Menschen zunächst zum Einkaufen nach Heringen gefahren werden könnten. Und auch Bürgermeister Hans Ries sagte die volle Unterstützung der Stadt und eines Fahrdiensts zu.

Hilfsbereitschaft

Das Gros der Teilnehmer möchte den Fachdienst bei der Integration neuer Mitbürger aus der Fremde gerne unterstützen. Jedoch wurden am Informationsabend noch keine Nägel mit Köpfen gemacht. Zunächst einmal müsse geprüft werden, in welchem Umfang sich die Flüchtlinge überhaupt irgendwie und irgendwo engagieren dürften. Versicherungstechnisch gebe es da noch einige Dinge zu klären. So möchte der Bürgermeister schauen, ob es rechtlich überhaupt möglich ist, interessierte Flüchtlinge beispielsweise auf dem Bauhof zu beschäftigen. „Dabei soll es aber keinesfalls um Ausbeutung gehen“, merkte Ries an. Weniger Schwierigkeiten dürfte es bei Aktivitäten der Flüchtlinge in Vereinen geben.

Erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen zeigte sich Yalcin Solak von der islamischen Gemeinde aus Bad Hersfeld: „Ich bin stolz, dass die Heringer so ruhig diskutieren. Das ist nicht überall so. Ich hoffe, dass das nach dem Einzug der Menschen auch noch so ist.“

Von Mario Reymond

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