Bei den Praxistagen an der Werratalschule in Heringen war Ausprobieren angesagt

Flechten und sägen

Baumstämme durchsägen durften die Schüler bei den Praxistagen an der Werratalschule. Foto: nh

Heringen. Immer kurz vor den Sommerferien sind an der „Werratalschule“ in Heringen die Praxistage für die Schüler der Klassen acht, der Haupt-und Realschule angesagt. In verschiedene Berufe reinschnuppern und sich einen Vormittag lang praktisch ausprobieren steht dabei auf der Tagesordnung.

Zu Beginn der Woche stellte sich das Friseurhandwerk mit dem Obermeister der Innung Walter Fiebig und seinen Kolleginnen Sonja Erbe-Bock (Schenklengsfeld) und Stefanie Orth (Bebra-Breitenbach) vor. Nachdem die neuesten Werbekampagnen der Friseure angesehen und Fragen zu Dauer, Ablauf und Gehalt während der Ausbildung geklärt waren, durften sich die Schüler an den mitgebrachten Frisierköpfen mit Flechten, Glätten und Locken formen schließlich selbst ausprobieren.

Im Lkw-Führerhaus

Am nächsten Tag war die Firma Schade und Sohn aus Bad Hersfeld mit Werkstattleiter Holger Kurz und Servicemitarbeiter Axel Nies zu Gast. Neben den Ausführungen zu den Berufsbildern im Bereich Kraft- und Nutzfahrzeuge ging es auch hier gleich praktisch zur Sache: Die Schüler durften den mitgebrachten Werkstattwagen besichtigen, das Führerhaus des Lkw abkippen und eine Fehlerdiagnose per Computer vornehmen. Gespannt hörten sie dem Servicemitarbeiter zu, der aus der Praxis berichtete und Notfälle auf der Autobahn schilderte.

Den dritten Praxistag gestalteten Jürgen Manns, Revierförster bei Hessen Forst, und Martin Stein, Forstwirtschaftsmeister beim Forstamt Bad Hersfeld. Die Einleitung im Werkraum beinhaltete die Vorstellung des Forstamtes, Ausführungen zu den verschiedenen Forst-Berufen und die Beschreibung der Aufgaben eines Forstwirtes. Neben dem Holzschlag, dem Bäumepflanzen und der Baumpflege gehört auch der Baumschutz zu den Hauptaufgaben nach der dreijährigen Ausbildung. Im angrenzenden Wald durften die Schüler selbst mit einer Handsäge einen Stamm durchsägen, Gewichte von Baumstücken schätzen und versuchen, eine Motorsäge ohne Kette anzuwerfen. Ein Rundgang durch den Wald mit Ausführungen zur Baum- und Pflanzenkunde bildete den Abschluss.

Am letzten Praxistag reiste Ralf Stuckardt an, Obermeister der Tischlerinnung aus Wehrda. Mit Hilfe von ihm zur Verfügung gestellten Materials und Werkzeuges, sollten sich die Schüle zunächst allein und später mit Anleitung und Hilfestellung an der Herstellung einer Schublade ausprobieren. Schnell wurde klar, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ein junger Mensch mitbringen sollte, der den kreativen Beruf des Tischlers ergreifen möchte.

Die Praxistage sind ein Gemeinschaftsprojekt der Werratalschule, ihrem Berufswahlbüro und dem Haus der Berufsorientierung e.V. mit deren Koordinatorin Venessa Korth, und nur dank des ehrenamtlichen Einsatzes der verschiedenen beteiligten Betriebe möglich. (red/nm)

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