Philippsthaler Abenteurer haben neun europäische Länder durchquert

Rallye-Erlebnis mit Nachwirkung

Zurück im Werratal: Björn-Martin Handor und Jana Clute-Simon mit Erinnerungsstücken an ihre Teilnahme an der European Rallye. Den Engel in der Mitte haben die Philippsthaler unterwegs gegen andere Dinge ertauscht. Im Hintergrund ist die Kirche der Nachbarstadt Vacha zu sehen. Foto: Eisenberg

Philippsthal. Der Alltag ist für Jana Clute-Simon und Björn-Martin Handor zwar längst wieder eingekehrt, die Erlebnisse ihrer Reise wirken aber nach. Rund 3500 Kilometer durch neun europäische Länder liegen hinter den beiden Philippsthalern, die an der European Rallye von München nach Lissabon teilgenommen haben.

„Man sitzt teilweise den ganzen Tag im Auto“, verdeutlicht Björn-Martin Handor. Den Zeitaufwand für das Vorankommen auf den Landstraßen – Autobahnen waren nur in Ausnahmefällen erlaubt – hatten die beiden im Vorfeld unterschätzt. Relativ schnell entschied sich das Paar deshalb, einen Teil der vom Veranstalter gestellten Aufgaben wegzulassen. „Die volle Punktzahl wäre ohnehin nicht zu schaffen“, sind sich beide einig.

Einigen Herausforderungen haben sich die Philippsthaler natürlich gestellt – und sind dadurch auch mit den Einheimischen in Kontakt gekommen. So mussten sich die Teilnehmer im Taucheranzug fotografieren lassen. In Frankreich fanden Handor und Clute-Simon – nach Übersetzungs-Hilfe eines anderen Ortsbewohners – schließlich einen Ladenbesitzer, der ihnen das ermöglichte. Außerdem galt es, einen Gegenstand in verschiedenen Ländern gegen einen höherwertigen zu tauschen. So wurde aus einer Büroklammer in Deutschland ein Einkaufswagenchip, der in Österreich gegen einen Fahrradreifenheber eingetauscht wurde. Für den bekamen die Philippsthaler in der Schweiz einen Golfball, für den sie in Italien schließlich eine Engelsfigur erhielten.

Roadbook verloren

Ihr VW-Bus aus dem Jahr 1994 habe die Tour tadellos durchgehalten. „Er hatte noch nicht mal einen Platten – ganz im Gegensatz zu unserer Luftmatratze, die sich nach drei Tagen verabschiedet hat“, berichten die Abenteurer lachend. Weitere Schrecksekunden auf der Fahrt: Das Roadbook, in das alle Stationen eingetragen wurden, auf war dem Autodach liegen geblieben und ging verloren. „Wir haben es zum Glück auf der Straße wiedergefunden. Es waren schon einige Autos darüber gefahren“, erzählt Jana Clute-Simon. Trotz solcher Pannen – der Wechsel zwischen Gebirge und Steppe, zwischen fünf Grad Außentemperatur in den Pyrenäen und 30 Grad in Lissabon, habe den Reiz der Fahrt ausgemacht.

Mit der Anmeldung hatten sich Clute-Simon und Handor verpflichtet, Spenden für den guten Zweck zu sammeln. 360 Euro sind dabei für das Kinderhilfswerk Arche zusammengekommen, mit rund 800 Euro war das Spendenschwein für die Bad Hersfelder Tafel gefüllt. Bereits im kommenden Jahr wollen sich die Philippsthaler ins nächste Abenteuer stürzen: Sie nehmen an einer Rallye durch Großbritannien teil.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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