Projekt mit Pop und klassischen Chorälen im Werratal hat viele Sänger angezogen

Chorsingen – immer anders

Sie übten fleißig: Der Projektchor Come and Sing und der Obersuhler Gospelchor Colours of Music sangen schließlich gemeinsam. Foto: nh

Widdershausen/Obersuhl. „Es ist erstaunlich, dass sich immer wieder ganz unterschiedliche Menschen von diesen Projekten ansprechen lassen und zu den Wochenenden stets neue Gesichter auftauchen“, wundert sich Erdmute Pfeffer aus Obersuhl.

Die Gemeinden Widdershausen und Obersuhl, die gemeinsam einen Pfarrbezirk der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) bilden, versuchen seit etwa einem Jahr, die kirchenmusikalische Arbeit neu zu beleben.

Geistliche Erfrischung

Inzwischen fand das vierte Chorprojekt unter dem Titel „Come and Sing“ statt. Unter der Leitung von Popkantor Matthias Weber aus Obersuhl sangen knapp 40 Frauen und Männer in der Widdershäuser Kirche Stücke aus der christlichen Popularmusik und auch Choräle aus der klassischen Kirchenmusik. „Es ist toll, mit so einem großen Chor zu üben und zu singen – eine richtige geistige und geistliche Erfrischung für mich“, freute sich auch Lisa Hentschel (Obersuhl). Auch Gemeindeglieder, die bisher nicht in die Chorarbeit integriert waren, hätten bei diesen Wochenenden viel Freude an der Musik, berichtete Pfarrer Benjamin Anwand.

Höhepunkt der Projekttage bildet dann jeweils ein besonderer musikalischer Gottesdienst, der zuletzt in der St. Thomaskirche Widdershausen als Abendgottesdienst gefeiert wurde. Zusätzlich zu dem Projektchor „Come and Sing“ hat an diesem Abend auch noch der Obersuhler Gospelchor „Colours of Music“, ebenfalls von Matthias Weber geleitet, den Gottesdienst mitgestaltet. „Ein echtes Klangvergnügen, wenn beide Chöre gemeinsam gesungen haben - über 50 Sänger haben schon einen ordentlich Sound“, freute sich Weber.

Wöchentlich wird schwierig

Projektchor oder wöchentliche Singstunde? Dieses Thema beschäftigt die Gemeindeglieder offenbar. „Bisher ist zu beobachten, dass gerade Menschen aus der jüngeren und mittleren Generation eher Freiräume und Möglichkeit haben, sich bei einem zeitlich begrenzten Projekt zu beteiligen, als jede Woche die Singstunde zu unterstützen“, erklärte Pfarrer Anwand weiter. „Was das langfristig für die kirchenmusikalische Arbeit in den Gemeinden bedeutet, wird sich zeigen und in den Vorständen weiter bedacht. Aber dafür, dass zur Zeit so eine lebendige und frische Kirchenmusik unter Beteiligung von ganz verschieden Menschen aus den Gemeinden und von außerhalb der Gemeinden funktioniert, dafür bin ich sehr dankbar“, so der Pfarrer weiter.

Zwei weitere Projekte sind für das Jahr 2015 bereits geplant. (red/sis)

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