Dramatisches Szenario: Hubschrauber-Bruchlandung bei Großübung in Oberaula

20 Schwerverletzte zwischen Trümmern: Zur Großübung in Oberaula rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus. Wegen der starken Sonneneinwirkung und den hohen Temperaturen mussten die Verletzungen immer wieder „nachbearbeitet“ werden. Foto: Löwenberger

Oberaula. Es ist exakt 16.16 Uhr, als eine heftige Detonation die Bruchlandung eines Armeehubschraubers akustisch simuliert und mehrere hundert Zuschauer entlang der Bahnhofstraße in Oberaula erzittern lässt.

Der Rumpf des Helikopters liegt qualmend auf dem Hof der VR-Bank, darum verstreut duzende, teils brennende Wrackteile und dazwischen auf dem gesamten Gelände verstreut liegen wimmernde oder laut schreiende Schwerverletzte – zwanzig an der Zahl, wie sich im Laufe der Übung herausstellt. Das ist das Hauptszenario, das die Rettungskräfte am Samstagnachmittag vorfinden. Daneben sind in einem ob des Absturzes vor der VR-Bank gestrandeten verqualmten Reisebus weitere 25 leicht verletzte Personen eingeschlossen, ein Haus an der Bahnhofstraße wurde in Brand gesetzt aus einem weiteren an der Raiffeisenstraße dringt dichter Qualm. Hier sind auch noch zwei Personenwagen zusammen gestoßen, die Insassen sind eingeklemmt. Dabei brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel und die Quecksilbersäulen und Digitalanzeigen der umliegenden Thermometer sind irgendwo so um die 34 Grad Celsius stehen geblieben.

Nach einem für solche Katastrophen oder Großeinsätze vorliegenden Alarmplan wurden zwei Sanitätszüge des DRK, ein Betreuungszug und die Betreuungsstelle des DRK, das Kreisauskunftsbüro des DRK, ein Betreuungszug des MHD, acht Rettungswagen – vier davon aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg – von DRK und Malteser Hilfsdienst, Helfer vor Ort (HVO) des DRK Oberaula, sämtliche Feuerwehren der Gemeinde Oberaula, die Feuerwehr Homberg mit Einsatzleitwagen 2, Feuerwehren Frielendorf und Neukirchen mit Einsatzleitwagen 1, Katastrophenschutz-Löschzüge aus Neukirchen, Ottrau, Schrecksbach, Kirchheim und die Bundeswehrfeuerwehr Fritzlar alarmiert. Zusätzlich wurde von der ADAC Luftrettung der Rettungshubschrauber Christoph 28 aus Fulda angefordert. Für alle Fahrzeuge war ein Sammelplatz vor der Mehrzweckhalle eingerichtet worden. Von hier wurden die Kräfte für den Einsatz vor Ort abgerufen. Die Verletzten wurden zu einem schnell errichteten Behandlungsplatz am neuen Sozialzentrum in der Schulstraße verbracht. Insgesamt waren an der Großübung mehr als 300 Personen beteiligt.

Initiiert worden war die Übung von Landrat Winfried Becker als zuständigem Dezernent für den Brand- und Katastrophenschutz, sowie das Rettungswesen im Schwalm-Eder-Kreis. „Es geht uns darum zu überprüfen, wie die beteiligten Einheiten im Einsatz miteinander kooperieren“, sagte Becker. Ähnlich äußerte sich die Vizepräsidentin des DRK, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, die der Übung beiwohnte. Sie verwies auf das gerade stattgefunden Erdbeben in Italien. „Gerade in solchen Krisensituationen ist es besonders notwendig, dass Hilfsdienste, Feuerwehren und Polizei eng und reibungslos zusammen arbeiten.“ Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Robert Pfalzgraf, zog zum Ende der Übung gemeinsam mit Landrat Becker eine erste persönliche Bilanz, wonach „nach einer kurzen Chaosphase die Sache in sehr geordneten Bahnen gelaufen ist und sehr gut funktionierte.“

Katastrophenschutz-Großübung in Oberaula

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