Besucher gingen in die Luft

Rundflüge beim 50. Geburtstag des Flugplatzes Langenberg

Ich heb’ ab: Zum Jubiläum boten die Piloten vom Hattenbacher Langenberg Rundflüge in ihrem Ultraleichtflugzeug an. Foto: Ernst

 Hattenbach. Das Knattern des Vier-Zylinder Boxermotors wird immer lauter, während die Bäume rechts und links an den Fenstern vorbeischnellen. Die Erschütterungen im Cockpit werden von Sekunde zu Sekunde weniger - bis sie ganz aufhören und das Ultraleichtflugzeug abhebt. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Diese atemberaubende Freiheit haben alle Besucher des Jubiläums-Wochenendes des Flugplatzes Langenberg gespürt. Seit 50 Jahren heben die Piloten des Luftsportverein Bad Hersfeld von dem Flugplatz oberhalb des Niederaulaer Ortsteils Hattenbach ab.

Die Mitglieder des Vereins, haben am gesamten Wochenende Flüge in Motorflugzeugen, Ultraleichtflugzeugen und Segelflugzeugen angeboten. Dabei machten die Zuschauer immer wieder die gleiche Entdeckung: Vor dem Flug waren viele der „Copiloten“ sehr zögerlich und zum Teil auch skeptisch, ob in solch kleinen Maschinen das Fliegen nicht eher Angst, als die versprochene Freude auslöst. So kennen doch die meisten das Fliegen nur durch die großen Airlines, in denen der Passagier bis auf Start und Landung, kaum etwas vom Flug spürt.

Strahlende Gesichter 

Sobald die Flugzeuge wieder das Gras der Landebahn berührten, und die Besucher des Jubiläumsfestes ausstiegen, gab es nur noch strahlende Gesichter. Jeder war vom Gefühl des Fliegens und der Freiheit überwältigt.

Doch es ist nicht nur die pure Romantik oder das menschliche Bedürfnis nach Freiheit, was das Fliegen zu so einem interessanten Hobby macht: „Einige unserer Mitglieder interessieren sich beispielsweise für das Wetter oder Solarenergie. Andere wollen später einmal Berufspilot werden und können so schon viel Erfahrung sammeln“, erklärt Rainer Stein, erster Vorsitzender des LSV Bad Hersfeld, die Faszination Fliegen. Seit über 40 Jahren ist Stein nun Privatpilot und Mitglied im Verein. Durch seine Arbeit als erster Vorsitzender muss er sich stets mit neuen Gesetzen oder geänderten Flugstatuten auseinandersetzen. Das ist mit viel Arbeit verbunden. Das tue er aber gern - denn sein Vater sei bereits Mitglied gewesen, sein Bruder und sein Sohn sind es ebenso. Außerdem sei das Vereinsgefühl sehr familiär, denn am Wochenende treffen sich alle und genießen die gemeinsame Zeit.

Lizenz erwerben

Die Privatpilotenlizenz können Interessierte sogar auf dem Langenberg erwerben. Derzeit hat der Verein drei ehrenamtliche Fluglehrer in seinen Reihen. Ungefähr zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Privatpiloten. „Das Hobby ist in keinem Fall elitär und nur den Großverdienern vergönnt. Eine Mitgliedschaft im Verein kostet etwa 500 Euro im Jahr - darin sind alle Nutzungen und Versicherungen inbegriffen“, sagt Stein. Der Verein kann auch an Wochenenden besucht werden, um einen Rundflugtermin auszumachen, oder um sich über eine Mitgliedschaft zu informieren.

Flugtag: 50 Jahre Flugplatz Langenberg bei Hattenbach

Vom grenzenlosen Gefühl des Fliegens, und der Schönheit unseres Landkreises überzeugte dann ein Rundflug mit Dirk Lorey. In etwa 30 Minuten überflog er mit seinen Gästen in einem Ultraleichtflugzeug unter anderem Bad Hersfeld, Rohrbach, Friedlos, Mecklar, Bebra, Ronshausen, das Fuldatal und Hattenbach. Dabei wurden Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern erreicht, bei einer Höhe von 2400 Fuß - etwa 730 Meter.

Von Pascal Ernst

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