Grüne aus Niederaula protestieren gegen Bahntrasse

Keine weiteren Schnellbahnbrücken im Fulda- oder Geistal: Das fordern die Niederaulaer Grünen. Unser Bild zeigt die Brücke der ICE-Strecke Kassel-Fulda bei Hattenbach. Foto: nh

Niederaula. Die geplante Bahntrasse durch das Geistal findet auch bei den Grünen in Niederaula keinen Anklang.

Es sei zwar eine urgrüne Forderung das Bahnfahren attraktiver zu machen, den Gütertransport auf die Schiene zu verlagern und den Individualverkehr zu reduzieren, erklärt Wolfgang Köhler. Jedoch habe die vorgeschlagene Trasse mit der Schonung von Mensch und Umwelt nichts zu tun, sie erinnere vielmehr an ein „Stuttgart 21“ in Osthessen.

„Zu Recht laufen die Bürgerinnen und Bürger Sturm gegen einen auf dem Schreibtisch entworfenen Plan, der Natur und Menschen unberücksichtigt lässt“, sagt Köhler. Zudem sei die Alternativstrecke, die Tangente Niederaula - Bad Hersfeld keineswegs vom Tisch, wie durch einen Anruf im Ministerium zu erfahren war.

Die „Niederaulaer Variante“ war und ist für die hiesigen Grünen nicht akzeptabel. Das Fuldatal zwischen Schlitz und Bad Hersfeld ist nicht nur FFH- und Naturschutzgebiet, es bildet auch einen Hochwasserschutz für die Marktgemeinde und Orte bis Bad Hersfeld. Eine aufwändige Stelzenbauweise der abführenden Tangente im Überschwemmungsgebiet würde nicht nur die gerade wieder angesiedelten Störche vertreiben.

Die bauliche „Verschandelung“ durch das Stelzenbauwerk und der davon ausgehende Lärm wären ein weiteres Manko dieses Vorhabens. Der „Stelzenabzweig“ und die Bahnstrecke bis Hersfeld müssten demnach eine relative hohe beidseitige Lärmschutzwand bekommen.

Anstelle der Tangenten durch das Geis- und Fuldatal könnten die bestehende Bahnstrecken ertüchtigt, bzw. ausgebaut werden, um den ICE- und Güterverkehr nach Thüringen aufzunehmen. Bereits im Zuge des Ausbaus der bestehenden ICE Strecke wurden Pläne entwickelt, die den Ausbau der Strecke im Haune- und Fuldatal vorsieht mit der Untertunnelung der Ortschaften.

Dass bei diesen bestehenden Strecken auch der Schallschutz ge-schaffen oder ausgebaut wird. wobei bei diesbezüglicher Planung die betroffene Bevölkerung einzubeziehen wäre, bleibt zu hoffen. (red/zac)

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