Kirchenvorstand Niederaula stimmt Plänen für Abriss und Neubau zu

Gemeinsam für Kindergartenneubau

Wollen gemeinsam mit der politischen Gemeinde die Kindergärten in Niederaula voranbringen: Gerhard Eckstein (Vorstand des Zweckverbands evangelische Kindergärten in Niederaula), Kirchenälteste Brigritte Meseck, die Kirchenvorstände Bettina Köhler, Isabel Thomson und Friedrich Wilhelm Stang mit Pfarrer Werner Ewald. Foto: Zacharias

Niederaula. Die Bildung, Betreuung und Förderung von Kindern ist der Kirchengemeinde Niederaula seit 1922 ein Herzensanliegen. Das betont der Kirchenvorstand in einem Pressegespräch mit unserer Zeitung. Er hat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend einer Übertragung des Kindergartengrundstückes im Rahmen eines Erbaurechts für den Bau einer dreigruppigen Kinderkrippe zugestimmt.

„Wir wünschen uns, jetzt gemeinsam mit der politischen Gemeinde nach vorne zu gehen“, sagt Pfarrer Werner Ewald. Das Thema Kindergarten ist seit Monaten ein Dauerbrenner in Niederaula. Unbestritten ist, dass für die Kinderbetreuung mehr Platz benötigt wird. Zur Diskussion standen nun mehrere Varianten. Ein Neubau auf der grünen Wiese, Abriss und Neubau auf dem Grundstück am Kirchweg oder Sanierung des alten Gebäudes.

Der Kirchenvorstand hat sich dabei immer für den Erhalt des alten Gebäudes stark gemacht. „Man kann das Gebäude hier sinnvoll sanieren“, ist Pfarrer Werner Ewald überzeugt. „Da hätte man Geld sparen können.“

Keine verlässlichen Zahlen 

Kirchenvorstandsmitglied Isabel Thomson kritisiert, dass nie ein Gutachten angefertigt wurde, das wirklich verlässliche Zahlen über die Kosten der Sanierung geliefert hätte.

„Aber wir können auch den Neubau mittragen“, macht Ewald klar, dass die Kirchengemeinde die Erweiterung und Umstrukturierung des Kindergartens nicht blockieren wird. Dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, der Kirchenvorstand sei der Bremsklotz bei dem Projekt ärgert auch Bettina Köhler. „Wir haben unsere Meinung und die ist wohlüberlegt“, sagt sie.

Die Mitglieder des Kirchenvorstand sind auch nicht überzeugt, dass der Beschluss für Abriss und Neubau, um dafür Fördergeld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) zu erhalten, wirklich so eilig getroffen werden musste. „Eine Verlängerung der Frist wäre möglich gewesen“, meint Gerhard Eckstein, der dem Vorstand des Zweckverbandes der evangelische Kindertagesstätten in Niederaula angehört.

Doch das ist nun Schnee von gestern, die Kirchenvertreter wollen nach vorne blicken. Für den Betrieb als Kindergarten auf dem kircheneigenen Grundstück will die Kirche keinen Erbbauzins erheben. Der würde nur fällig, falls das Gebäude später einmal gewerblich genutzt werden und die Gemeinde Miete erhalten sollte. Bei gewerblichen Nutzung möchte der Kirchenvorstand zudem auch mitsprechen.

Rasante Entwicklung

Pfarrer Ewald und die Kirchenvorstandsmitglieder gehen allerdings davon aus, dass die neue Kinderkrippe, die neben der Kirche entstehen soll, noch lange gebraucht wird - „Wir haben eine rasante Entwicklung im Kindergartenbereich“, sagt Ewald. Er ist zudem überzeugt, dass auch den politischen Gremien eine weitere sozialdiakonische Nutzung des Gebäudes an dieser zentralen Stelle am liebsten wäre, als Kinderhort, Tagespflegeeinrichtung für Senioren oder so. Ideen gäbe es genug.

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