Gemeindevertretung  stritt erneut ergebnislos über Zukunft der Wasserzähler

Niederaula: Alles unklar beim Ablesen

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Wasserzähler

Niederaula. Keinen Schritt weiter ist die Gemeinde Niederaula in der Frage, wie künftig der Wasserverbrauch erfasst werden soll. In der Sitzung im Juni hatte das Parlament auf Antrag von Wolfgang Köhler (Bündnis 90/Die Grünen) die außerplanmäßig bereitgestellten 300 000 Euro für die Anschaffung funkablesbarer Wasserzähler gesperrt. (Wir berichteten)

Dabei war aber nicht konkretisiert worden, ob eine Umrüstung auf Funkzähler grundsätzlich ausgeschlossen, ob etappenweise oder irgendwann später komplett stattfinden soll. Bürgermeister Thomas Rohrbach hatte deshalb Widerspruch gegen den Beschluss der Gemeindevertretung eingelegt und um eine erneute Beratung gebeten. Dazu hatte er fünf Beschlussvorschläge vorgelegt. Für eine sechste Variante stellte Wolfgang Stöhr (BLN) einen Ergänzungsantrag.

Um jetzt über die verschiedenen Varianten diskutieren zu können, hätte das Parlament aber zunächst dem Widerspruch des Bürgermeisters stattgeben müssen. Dann hätte man den Punkt auch in die Ausschüsse verweisen und noch einmal alle Vor- und Nachteile erörtern können.

Dieser Schritt war jedoch für die Mehrheit der Bürgerliste und der CDU sowie für Wolfgang Köhler nicht möglich. Also wurde der Widerspruch abgewiesen. Über den Ergänzungsantrag Stöhrs, der alle 2220 Wasserzählerpatronen unter Beibehaltung der Grundgehäuse noch in diesem Jahr austauschen wollte, um damit Zeit zu gewinnen und sich in Ruhe mit der neuen Zählertechnologie befassen zu können, wurde gar nicht abgestimmt.

Selbstablesen statt Funk

Ein wenig kurios mutete ein anschließender Antrag von Wolfgang Köhler an, der, nachdem er vehement die Umrüstung auf die moderne und arbeitssparende Funktechnologie bekämpft hatte, nun die Gemeinde aus der „Steinzeit“ des Wasserablesens befreien wollte und auf Selbstablesung umstellen wollte. Dazu müssten die Kunden zunächst informiert werden, welche Angaben erforderlich seien. Diese Daten könnten sie dann per Mail, per Post, per Telefon oder durch Eintrag auf der Homepage der Gemeinde übermitteln. Wer seine Werte nicht rechtzeitig liefere, müsse dann eben geschätzt werden. In zahlreichen anderen Wasserversorgungsverbänden werde dieses System mit Erfolg praktiziert, erklärte Köhler anhand zahlreicher Beispiele.

Das sei eine Milchmädchenrechnung, warf Bürgermeister Rohrbach dem Grünen vor. Es gebe einen erheblich höheren Verwaltungsaufwand, weil all die Meldungen, die auf verschiedenen Wegen im Rathaus eintreffen, erst sortiert und eingelesen werden müssten, und höhere Kosten, alleine durch Druck und Versand. Köhlers Antrag wurde denn auch mit den Stimmen von SPD und einem CDU-Vertreter abgelehnt. Es gab sechs Enthaltungen.

Von Christine Zacharias

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