Ausschüsse der Gemeinde Niederaula wollen Grundstück an Nachbarn verkaufen

Absage an den Investor

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Auf diesem ehemaligen Spielplatz an der Breslauer Straße in Niederaula hat ein Investor ein mehrstöckiges Wohnhaus geplant.

Niederaula. Den Quadratmeterpreis für das Grundstück des ehemaligen Kinderspielplatzes in der Breslauer Straße soll das Gemeindeparlament Niederaula in seiner nächsten Sitzung am morgigen Freitag, 17. Juni, in Kerspenhausen (Beginn 20 Uhr) festlegen. In einer gemeinsamen Sitzung tagten jetzt der Haupt- und Finanzausschuss, der Ausschuss für Bau-, Siedlungswesen und Umwelt sowie der Gemeindevorstand und gaben nicht nur eine Empfehlung für den Grundstückspreis ab, sondern auch, an wenn das Gelände verkauft werden soll.

Die Fläche in dem Wohngebiet soll, wenn es nach der Mehrheit von Bürgerliste, CDU und Grünen geht, an Stefan Weiß zu einem Preis von 22,55 Euro pro Quadratmeter verkauft werden. Der direkte Nachbar hatte während einer Anwohnerversammlung angekündigt, das Gelände kaufen und den bisher vereinbarten Kaufpreis um zehn Prozent überbieten zu wollen. Er will damit verhindern, dass ein Investor dort ein dreistöckiges Appartementhaus errichtet. und plant selber den Bau eines Einfamilienhauses.

Die Entscheidung liegt jedoch bei der Gemeindevertretung, die dem Investor eine klare Absage erteilen würde, wenn sie sich entscheidet, dem Votum der Ausschüsse zu folgen. Im Vorfeld hatte das Gemeindeparlament in der vergangenen Wahlperiode, damals noch mit einer SPD-Mehrheit, eigens für das Bauvorhaben den Bebauungsplan geändert.

Der Gemeinde drohe ein massiver Imageverlust bei diesem Umgang mit Investoren, gab Bürgermeister Thomas Rohrbach zu bedenken und warnte vor einem investitionsfeindlichen Klima in Niederaula. Er kündigte zudem an, juristisch gegen Beschlüsse vorgehen zu wollen, die der Gemeinde Schaden zuzufügen drohten.

Vertrauen der Bürger wichtig

Die Vertreter von Bürgerliste, CDU und Grünen machten jedoch deutlich, dass ihnen das Vertrauen der Bürger wichtiger sei, als das des Investors. Bei der Anliegerversammlung war deutlich geworden, dass die Mehrheit der Anwesenden große Bedenken gegen das geplante Bauprojekt hat, unter anderem wegen fehlender Parkplätze.

Dass der Investor inzwischen angeboten hat, nicht nur einen höheren Grundstückspreis zu zahlen (35,41 Euro), sondern auch zusätzliche Parkflächen schaffen und einen Gehweg vor dem Grundstück anlegen will, den die Anwohner ebenfalls gefordert hatten, beeinflusste die Entscheidung der Mehrheit in den Ausschüssen nicht. Für diese Variante sprach sich jedoch die SPD aus.

Von Christine Zacharias

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