Gemeindevertretung Kirchheim spricht sich für Erhalt des Wildgeheges aus – einig, aber nicht einstimmig

Zweite Chance für den Tierpark

Auf Tuchfühlung mit dem Damhirsch; Der Kirchheimer Naturerlebnispark bleibt geöffnet. Foto: Archiv

Kirchheim. Der Kirchheimer Naturerlebnispark bleibt weiter geöffnet. Ihren im Januar gefassten Beschluss, die Anlage bis Jahresende abzuwickeln, setzten die Kirchheimer Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Bürgerhausanbau vorläufig aus.

Als Sparmaßnahme zur Teilnahme am Rettungsschirm-Verfahren des Landes hatte sich das Parlament damals einstimmig vom Wildpark trennen wollen. Daraufhin hatten Ehrenamtliche den Verein „Freunde und Förderer des Naturerlebnisparks Kirchheim gegründet“, der sich für den Erhalt der Anlage einsetzt. Die derzeit 27 Mitglieder hatten Sponsoren und Tierpaten gesucht, Veranstaltungen, darunter ein Benefizkonzert und Sommerfest organisiert, an Infoständen kräftig die Werbetrommel gerührt und auch im Wildpark selbst Hand angelegt. Über 20 000 Euro Einnahmen hat der Verein erzielt, welche die Weiterführung des Parks für 2014 sichert.

Diese Leistung fand unisono die Anerkennung der Redner beider Fraktionen. Auch darüber, dass die Gemeinde diesem Engagement nicht im Wege stehen sollte, solange die Finanzierung durch den Verein gesichert ist, waren sich im Grunde alle einig. Bei der Frage nach dem „Wie“ gingen die Meinungen allerdings auseinander. Nach dem Beschlussvorschalg des Gemeindevorstands bleibt die Gemeinde Kirchheim weiterhin Betreiber der Anlage. CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Curth wollte dem Verein jedoch mehr Eigenständigkeit und Gestaltungsspielraum einräumen. Sein Änderungsantrag sah vor, den Wildpark für einen symbolischen Preis von einem Euro an den Verein zu verpachten und auch die Trägerschaft und die Arbeitsverhältnisse der drei 400-Euro Angestellten zu übertragen.

Davor warnte allerdings Bürgermeister Manfred Koch: Der noch junge Verein solle nicht überfordert werden. Während der Park jetzt über die Gemeinde mitversichert sei, müsste dies anderenfalls von den Ehrenamtlichen geschultert werden. Sollte der Verein in Zukunft den Wunsch nach mehr Eigenverantwortung haben, könne zu einem späteren Zeitpunkt erneut darüber gesprochen werden. Mit dieser Argumentation konnte sich auch der CDU-Gemeindevertreter Arnold Diebel anfreunden, während der fraktionslose Abgeordnete Achim Steinert für die Position der CDU aussprach. Mit 11 Gegenstimmen wurde der CDU-Änderungsantrag dann auch abgelehnt, der Ursprungsantrag mit 15-Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen.

Dass die Gemeinde durch den Erhalt des Wildparks nicht gegen den festgelegten Abbaupfad verstößt, hatte vor der Abstimmung Bürgermeister Manfred Koch deutlich gemacht: Im Vierteljahresrhytmus muss der Verein Berichte zur Kostendeckung abgeben und die Gemeinde informieren, wenn die Finanzierung nicht mehr gesichert ist. Das würde dann das Aus bedeuten.

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